Stammzelltherapie als Hoffnung bei Rückenmarksverletzungen

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Die Regenerative Medizin[1][2][3][4][5][6][7][8] forscht intensiv an einem neuen Meilenstein in der Anwendung von Stammzellen, nämlich an einer speziellen Transplantationsmethode bei Rückenmarksverletzungen. Stammzellen werden schon bei der Bekämpfung von schweren Zivilisationskrankheiten (bspw. Diabetes 1+2 und Krebs), bei neurodegenerativen Erkrankungen (bspw. Parkinson[9][10][11]) und bei degenerativen Muskelerkrankungen eingesetzt. Darüber hinaus gibt es noch rund 70 andere Krankheiten, bei denen die Stammzelltherapie angewendet wird. Die Behandlungserfolge und positiven Experimente in den Laboratorien setzen ein klares Zeichen: Stammzellen haben ein enormes Potenzial zur Behandlung bisher nicht heilbarer Erkrankungen. Sie helfen darüber hinaus bei der Unterdrückung von Nebenwirkungen, die von anderen klinischen Maßnahmen bspw. von einer Chemotherapie ausgelöst werden können.

Rückenmarksverletzungen

Das Rückenmark kann mit den Rädern eines Autos verglichen werden, es leitet die Energie weiter und stellt den Kontakt zwischen der Umwelt (Straße) und dem System (dem Auto) her. Ein gutes Leben wäre ohne leitendes Rückenmark undenkbar, weil es ein integraler Bestandteil des zentralen Nervensystems ist. Das Rückenmark verbindet dieses mit dem peripheren Nervensystem und steuert die motorischen Fähigkeiten. Eine Rückenmarkverletzung kann diese Reizübertragungen verändern oder im schlimmsten Fall durchtrennen, die Effekte sind schwer zu übersehen: motorische Einschränkungen bis hin zum Leben im Rollstuhl sind möglich. Die schwerste Rückenmarksverletzung ist die Quetschung, bei einer solchen sind Teile der Rückenmarksstrukturen unwiderruflich zerstört. Die durchtrennten Neuronen können sich in weiterer Folge entzünden und gesunde Neuronen angreifen.

Frische Zellen für das Rückenmark

Durch die Transplantation spezieller Zellen (Oligodendrozyten) kann die Funktionalität der vorhandenen Zellen (Axone) deutlich erhöht werden[12]. Die neuen Zellen verbessern darüber hinaus auch die Regeneration der übrig gebliebenen Zellen[13]. Erste Studien können die Erfolgsaussichten einer solchen Behandlung andeuten, denn sie zeigten eine deutlich gestiegene Aktivität der Neuronen im Knochenmark und keine  unerwünschten Nebenwirkungen. Dadurch können sich die motorischen Fähigkeiten der Patienten verbessern und durch die Transplantation gehen die Zellen nicht verloren, sondern bleiben in dem betroffenen Rückenmarkteil und können sich dort weiterbilden.

Stammzellen aus Nabelschnurblut

Es gibt unterschiedliche Arten der Stammzellengewinnung [14][15][16][17] – bspw. aus Knochenmark, Fettgewebe, Milchzähnen oder auch Nabelschnurblut. Die Gewinnungsarten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, speziell die Spende von Nabelschnurblut hat sich als schmerzfreie und unkomplizierte Methode bewährt. Die multipotenten, adulten Stammzellen aus Nabelschnurblut können auch für dein Kind privat eingelagert werden. Einen Preis- und Leistungsvergleich der Anbieter Vita 34 und DSB haben wir hier für dich erstellt.

 

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Literaturverzeichnis

Bhatia, Sujata K. (2012): Engineering biomaterials for regenerative medicine. Novel technologies for clinical applications. New York: Springer.

Daadi, Marcel M.; Grueter, Brad A.; Malenka, Robert C.; Redmond, D. Eugene; Steinberg, Gary K. (2012): Dopaminergic neurons from midbrain-specified human embryonic stem cell-derived neural stem cells engrafted in a monkey model of Parkinson’s disease. In: PloS one 7 (7), e41120. DOI: 10.1371/journal.pone.0041120.

Gujral, Chirag; Minagawa, Yuuta; Fujimoto, Kurumi; Kitano, Hiromi; Nakaji-Hirabayashi, Tadashi (2013): Biodegradable microparticles for regulating differentiation of neural stem/progenitor cells for treatment of Parkinson’s disease. In: Journal of Controlled Release 172 (1), e126. DOI: 10.1016/j.jconrel.2013.08.200.

Jäger, M.; Sager, M.; Knipper, A.; Degistirici, O.; Fischer, J.; Kögler, G. et al. (2004): In-vitro- und In-vivo-Knochenregenerierung durch mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. In: Der Orthopade 33 (12), S. 1361–1372. DOI: 10.1007/s00132-004-0737-x.

Jungebluth, P.; Haag, J. C.; Macchiarini, P. (2015): Regenerative Medizin. In: Z Herz- Thorax- Gefäßchir 29 (3), S. 213–220. DOI: 10.1007/s00398-014-1094-7.

Kröger, Nicolaus; Zander, Axel R.; Ayuk, Francis (2004): Allogene Stammzelltherapie. Grundlagen, Indikationen und Perspektiven. 1. Aufl. (UNI-MED science). Bremen: UNI-MED.

Kuhbier, J. W.; Weyand, B.; Sorg, H.; Radtke, C.; Vogt, P. M.; Reimers, K. (2010): Stammzellen aus dem Fettgewebe : Eine neue Ressource für die regenerative Medizin? In: Der Chirurg; Zeitschrift fur alle Gebiete der operativen Medizen 81 (9), S. 826–832. DOI: 10.1007/s00104-010-1962-y.

Manzei, Alexandra (2005): Stammzellen aus Nabelschnurblut. Ethische und gesellschaftliche Aspekte ; eine Veröffentlichung des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW). 1. Aufl. (IMEW Expertise, 4). Berlin: Institut Mensch Ethik und Wissenschaft (IMEW).

Nehrer, Stefan (2008): Regenerative Medizin – Wozu? In: Sports Orthopaedics and Traumatology Sport-Orthopädie – Sport-Traumatologie 24 (2), S. 61. DOI: 10.1016/j.orthtr.2008.04.008.

Orlando, Giuseppe (Hg.) (2014): Regenerative medicine applications in organ transplantation. 1. ed. Amsterdam: Acad. Press/Elsevier.

Riedel, F.; Goessler, U. R.; Stern-Straeter, J.; Riedel, K.; Hörmann, K. (2008): Regenerative Medizin. Chancen für die rekonstruktive Kopf-Hals-Chirurgie. In: HNO 56 (3), S. 262–274. DOI: 10.1007/s00106-007-1604-y.

Sakurada, Kazuhiro; McDonald, Fiona M.; Shimada, Fumiki (2008): Regenerative Medizin und stammzellbasierte Wirkstoffentwicklung. In: Angew. Chem. 120 (31), S. 5802–5823. DOI: 10.1002/ange.200700724.

Schmidt, Mathias (2001): Stammzellen aus der Nabelschnur. Neue Wege der Gesundheitsvorsorge für Ihr Kind. 1. Aufl. (Gesundheit aktuell).

Stem-cell hope for Parkinson’s (2015). In: Nature 519 (7541), S. 9.

Tiedemann, G.; Wagner, A. (2011): Regenerative Medizin: Potenziale eines ressourcenorientierten Behandlungsprinzips für (Verschleiß-)Krankheiten im Alter. In: B & G 27 (02), S. 70–73. DOI: 10.1055/s-0031-1271374.

Troeger, C.; Surbek, D. V.; Holzgreve, W. (2005): Stammzellen aus Nabelschnurblut. In: Gynäkologe 38 (9), S. 829–837. DOI: 10.1007/s00129-005-1726-9.

Zenke, Martin; Marx-Stölting, Lilian; Schickl, Hanna: Aktuelle Entwicklungen in der Stammzellforschung. Aktuelle Entwicklungen der Stammzellforschung: eine Einführung 2018, 35.52.

 

[1] Bhatia 2012.

[2] Jungebluth et al. 2015.

[3] Kuhbier et al. 2010.

[4] Nehrer 2008.

[5] Orlando 2014.

[6] Riedel et al. 2008.

[7] Sakurada et al. 2008.

[8] Tiedemann und Wagner 2011.

[9] Stem-cell hope for Parkinson’s 2015.

[10] Daadi et al. 2012.

[11] Gujral et al. 2013.

[12] Zenke et al.

[13] Kröger et al. 2004.

[14] Jäger et al. 2004.

[15] Manzei 2005.

[16] Schmidt 2001.

[17] Troeger et al. 2005.

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