Stammzellenforschung gegen degenerative Muskelerkrankungen

Anatomie
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Die Wiederherstellung von Muskelgewebe nach einem Krafttraining oder einer Verletzung erfolgt bei einer gesunden Muskulatur wie von selbst. Anders ist es bei einer degenerativen Muskelerkrankungen (z. B. einem chronischen Muskelschwund), hier zeigt die Stammzellforschung erste Erfolge. Es wird zurzeit intensiv an der Entwicklung von Transplantationsverfahren gearbeitet, um Betroffenen die Lebensqualität zu erhöhen.

Muskelerkrankung (Myopathie) im Überblick:

Eine entstehende Muskelschwäche oder chronische Muskelschmerzen schränken die Beweglichkeit und Lebensqualität ein[1]. Aufgrund der geringen Anzahl an Erkrankungen – nur Einer aus 2000 Personen ist statistisch gesehen betroffen – gibt es bis dato nur sehr eingeschränkte Therapiemöglichkeiten. Einige Muskelerkrankungen entstehen durch Irritationen im zentralen Nervensystem, andere wiederum betreffen direkt den Muskel und führen zu einem chronischen Muskelschwund. Die Mehrheit dieser Erkrankungen sind genetisch bedingt, es können jedoch auch andere Ursachen ausfindig gemacht werden[2]:

  • eine Autoimmunerkrankung und Krankheitserreger
  • Nebenwirkungen von Medikamenten und spezielle Giftstoffe
  • übermäßiger Alkoholkonsum und Vitamin-D-Mangel
  • chronische Mangelernährung und Stoffwechselerkrankungen

In vielen Fällen ist der Muskelschwund nur eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen. Häufig begünstigt beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion eine Unterversorgung der Muskeln[3]. Auch übermäßiger Drogenkonsum kann einen entzündlichen Vorgang in den Muskelfasern auslösen. Speziell mit dem Älterwerden wird die Muskulatur zunehmend zur Schwachstelle, denn ab dem 40. Lebensjahr baut der Körper durch hormonelle Änderungen Muskelmasse ab. Dieser Prozess kann durch Sport und nährstoffreicher Ernährung entgegengewirkt werden. Betroffene einer chronischen Muskelerkrankung droht in dieser Lebensphase jedoch eine verfrühte Immobilität.

 

Wie können Stammzellen bei chronischen Muskelerkrankungen helfen.

Grundsätzlich kann eine muskuläre Wiederherstellung nur dank Zellen entstehen. Sie regen die Selberneuerungsfähigkeit an und liefern wichtige Gewebebausteine für die Regeneration. Es gab zwar in der Vergangenheit schon Transplantationsverfahren mit sogenannten Vorläuferzellen (Myoblasten), doch konnten keine zufriedenstellenden Ergebnisse gemessen werden[4]. Nun wird versucht mithilfe von pluripotenten Stammzellen – die sich im Nabelschnurblut befinden – neue Verfahrensmethoden zu entwickeln. Mithilfe moderner Zelltherapien könnten frische Zellen in den Muskel verpflanzt werden und die Muskelfunktionen stabilisieren und zum Wachstum anregen. Eine Zunahme der Muskelkraft wäre der Effekt und die Lebensqualität wäre deutlich verbessert[5].

 

Stammzellen aus Nabelschnurblut sind vielseitig

Stammzellen aus Nabelschnurblut können heutzutage schon mehr als 70 Krankheiten lindern. Moderne Transplantationsverfahren unterstützen die Bekämpfung von Krebs und Zivilisationskrankheiten, chronischen Stoffwechselerkrankungen (Diabetes), neurodegenerativen Erkrankungen (Parkinson) und sogar gegen die ein frühzeitiges Erblinden. Der Ablauf einer Spende oder Einlagerung ist einfach und unkompliziert und kann deinem Kind im Falle einer schweren Erkrankung helfen[6].

 

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Literaturverzeichnis

Erdmann, Philipp (2014): Diagnose von Myopathie und Myasthenie. In: Das Neurophysiologie-Labor 36 (2-3), S. 101–107. DOI: 10.1016/j.neulab.2014.07.007.

Gibson, Melissa A.; Brown, S. Gary; Brown, Nancy O. (2017): Semitendinosus myopathy and treatment with adipose-derived stem cells in working German shepherd police dogs. In: The Canadian veterinary journal = La revue veterinaire canadienne 58 (3), S. 241–246.

Manzei, Alexandra (2005): Stammzellen aus Nabelschnurblut. Ethische und gesellschaftliche Aspekte ; eine Veröffentlichung des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW). 1. Aufl. (IMEW Expertise, 4). Berlin: Institut Mensch Ethik und Wissenschaft (IMEW).

Pflegerl, Pamina; Keller, Thomas; Hantusch, Brigitte; Hoffmann, Thomas Sören; Kenner, Lukas (2008): Stammzellforschung–Status, Ausblick und bioethischer Aspekt. In: Wiener medizinische Wochenschrift (1946) 158 (17-18), S. 493–502. DOI: 10.1007/s10354-008-0551-x.

Urtizberea, J. Andoni; Béhin, Anthony (2015): Myopathie GNE. In: Medecine sciences : M/S 31 Spec No 3, S. 20–27. DOI: 10.1051/medsci/201531s306.

Wallgren-Pettersson, Carina (1990): Congenital nemaline myopathy. A longitudinal study. Zugl.: Helsinki, Univ., Fac. of Medicine, Diss., 1990 (Commentationes physico-mathematicae Dissertationes, 30). Helsinki: Soc. Scientiarum Fennica.

 

[1] Erdmann 2014.

[2] Urtizberea und Béhin 2015.

[3] Wallgren-Pettersson 1990.

[4] Gibson et al. 2017.

[5] Pflegerl et al. 2008.

[6] Manzei 2005.


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