Kostenvergleich einer Nabelschnurblut-Einlagerung – Kosten aller privaten Anbieter

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Es gibt in Deutschland drei große Anbieter für Nabelschnurblut-Einlagerungen Vita 34, Eticur und die Deutsche Stammzellenbank (DBS). Diese drei Anbieter werden hier mit ihren Stärken und Schwächen aufgelistet, damit dir eine Entscheidung leichter fällt. Zur besseren Übersicht haben wir dir hier eine tabellarische Übersicht erstellt (Vollbild):

Leistungs- und Kostenvergleich privater Stammzellenbanken. Übersicht der Preise aller Anbieter und Summe der Kosten über 18 bis 50 Jahre. Fazit: die Deutsche Stammzellenbank ist der günstigste Anbieter in Deutschland

Leistungs- und Kostenvergleich privater Stammzellenbanken © kigorosa

Vita 34

Stärken:

Vita 34 ist am längsten im Geschäft und gilt als die größte Stammzellenbank in Deutschland. Die Portionierung des Blutes in sechs Teile ist gegenüber dem Anbieter Eticur ein Plus. Die Insolvenzversicherung und die stromunabhängige Lagerung geben zusätzliche Sicherheit. Für Großfamilien (Zwillings- bzw. Mehrlingsgeburten und bei Geschwistern) bietet Vita 34 Sonderkonditionen an.

Schwächen:

Die Einlagerung des Nabelschnurblutes (Plazentarestblut) wirkt auf den ersten Blick bei dem Vita-Pur-Paket wegen des geringen Einstiegspreises sehr günstig, doch die laufenden Jahresgebühren von 120 € schrauben den Gesamtpreis massiv in die Höhe. Die Mindestlaufzeit ist vertraglich auf 10 Jahre gebunden und somit in einer Gesamtrechnung von 2190 € durchaus hoch. Für diesen Preis erhält man bei anderen Anbietern schon eine Laufzeit von 25 Jahren. In einem 18-Jahres-Vergleich kann Vita 34 mit den Mitbewerbern keineswegs mithalten. Aufgrund der generell sehr hohen Jahresgebühr steigen die Kosten auch auf 50 Jahre betrachtet sehr stark an und sind ungefähr doppelt so teuer wie bei vergleichsbaren Anbietern. Sofern man sich als Kunde vertraglich auf 25 bzw. 50 Jahre fix binden möchte, gibt es doch deutliche Preisvorteile der VitaPlus25 und VitaPlus50 Pakete im Vergleich zum Vita-Pur-Paket. Laut unserer Recherchen wird bei Vita 34 keine Ratenzahlung angeboten.

Fazit:

Vita 34 kann mit jahrelanger Erfahrung punkten, dafür sind die Kosten sehr hoch. Weder die mittel-, noch die langfristige Perspektive ergibt Preisvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern. Das Preis-Leistungsverhältnis bei Vita 34 kann, nach unseren Recherchen, beispielsweise mit der Deutschen Stammzellenbank, die das mit Abstand günstigste Angebot Deutschlands stellt, nicht mithalten.[1] Weiters gibt es wegen der Marktmacht von Vita 34 immer wieder kritische Stimmen gegenüber ihrer Geschäftspraxis.

 

Eticur

Stärken:

Eticur kann aufgrund der engen Kooperation mit der Universitätsklinik Erlangen auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen. Die Netzabdeckung ist bundesweit gut und die Abholung des Nabelschnurblutes wird innerhalb von max. 48 Stunden garantiert. Mittelfristig sind die Kosten – weil keine Jahresgebühr verrechnet wird – günstiger als bei Vita 34. Eticur ermöglicht außerdem seinen Kunden Teil- bzw. Ratenzahlungen.

Schwächen:

Der mittelfristige Kostenvorteil gegenüber Vita 34 endet nach 25 Jahren ( eticur) PREMIUM 25). Verlängerungen werden nur in 10-Jahrespaketen angeboten, diese wirken zwar auf den ersten Blick günstiger als die 10-fache Ratengebühr bei Vita 34, dafür könnte ein vorzeitiger Ausstieg schwieriger werden.

Fazit:

Eticur kann durchaus als konkurrenzfähige Alternative gegenüber Vita 34 gesehen werden. Die Kosten für die Nabelschnurblut-Einlagerungen sind in den ersten 25 Jahren etwas günstiger als bei Vita 34. Im Detail zeigen sich jedoch Unterschiede bei der Einlagerung des Nabelschnurblutes: so werden nur 2 Teile portioniert und es gibt keine Auskünfte, ob die Lagerung auch stromunabhängig funktioniert. Die Absicherung gegen eine Insolvenz formuliert der Anbieter relativ vage, da bietet Vita 34 durchaus konkreteres an[2].

 

Die Deutsche Stammzellenbank

Stärken:

Die DBS bietet neben der Nabelschnurblut-Einlagerung (DSB Kindervorsorge Basis) auch eine Rundumversorgung mit finanzieller Absicherung an. Die Einlagerung des Nabelschnurblutes wird vom Kooperationspartner Vita 34 übernommen. Dadurch bekommst du bei DBS sehr hohe Qualitätsstandards: 6 Portionierungen, Insolvenzversicherung, Lagerung in stromunabhängigen Tanks. Die Kosten für die Einlagerung sind bei der DBS  die geringsten in der Branche. Darüber hinaus wird ein spezieller Gutscheincode für eine Einlagerung über Vita 34 angeboten Besonders mittelfristig (18 Jahre) ist der Preis mit Abstand am günstigsten, aber auch auf 50 Jahre hat die DSB noch die Nase vorne.

Schwächen:

Aufgrund der engen Kooperation ist die DBS an die vertraglich vereinbarten Qualitäts­maßnahmen der Vita 34 gebunden. Die DBS bietet zwar Sonderkonditionen für Mehrlingsgeburten und Geschwister an, die Preisnachlässe sind aber im Vergleich etwas geringer als bei Vita 34 und Eticur.

Fazit:

Die Deutsche Stammzellenbank stellt im deutschsprachigen Raum das günstigste Angebot einer Nabelschnurblut-Einlagerung (1840 € mit Kigorosa Gutscheincode „KGRP2018„). Für umfassende Veranlagung werde zusätzlich noch finanzielle Absicherung – eine sogenannte Stammzellen-Police – angeboten. Besonders für Kleinfamilien oder jene, die eine Einlagerung einmal „probieren“ wollen bietet sich das Angebot der DSB aufgrund der geringeren Einstiegskosten an[3].

 

Seracell und Cryo-Save

Die Stammzellenbank Seracell war in den letzten Jahren am deutschsprachigen Markt sehr aktiv. Sie beschloss jedoch mit Vita 34 gemeinsame Wege zu gehen. Aufgrund dieses Firmenzusammenschlusses konnten wir Seracell in dem Preisvergleich nicht mehr berücksichtigen. Bei der global in 40 Ländern tätigen Stammzellenbank Cryo-Save können derzeit aus rechtlichen Gründen (Genehmigungsverfahren) in Deutschland und Österreich keine Stammzellen einlagert werden. Sobald Cryo-Save diese Hürde überwunden hat, werden sie in dem Preisvergleich einen Platz finden.

 

Marktsituation für eine Nabelschnurbluteinlagerung

Es gibt insgesamt am deutschsprachigen Markt nur eine Handvoll Anbieter, speziell Vita 34 wird wegen ihren Übernahmepraktiken durchaus kritisiert. Die Preissituation spiegelt diese Unterschiede wider und es gibt einen großen Abstand zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot. Die Netzabdeckung der Geburtskliniken ist in Deutschland sehr hoch, dahingehend haben wir für dich die Städte Berlin, München, Hamburg, Köln, Erlangen und Leipzig recherchiert, damit du die Geburtsklinik deiner Wahl auf einen Blick finden kannst. Solltest du aus medizinischen Gründen oder anderen Überlegungen deinen Vertrag kündigen wollen, dann haben wir hier für dich alle wichtigen Bestimmungen zusammengefasst.

 

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Weitere Ratgeber zur Schwangerschaft

 


  • [1] Vita34
  • [2] Eticur 2018
  • [3] Deutsche Stammzellenbank

 

Links

 

Weiterführende Literatur über Stammzellen

Dohmen, D. (2004): Neonatale Stammzellen. Rechtliche Grundlagen und Probleme. In: Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz 47 (1), S. 21–30.

Hauskeller, Christine (Hg.) (2002): Humane Stammzellen. Therapeutische Optionen, ökonomische Perspektiven, mediale Vermittlung. Tagung. Lengerich: Pabst Science Publ.

Manzei, Alexandra (2005): Stammzellen aus Nabelschnurblut. Ethische und gesellschaftliche Aspekte ; eine Veröffentlichung des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW). 1. Aufl. (IMEW Expertise, 4). Berlin: Institut Mensch Ethik und Wissenschaft (IMEW).

Müller, Werner (2013): Therapie mit Stammzellen. In: Biologie in unserer Zeit 43 (1), S. 40–45.

Schmidt, Mathias (2001): Stammzellen aus der Nabelschnur. Neue Wege der Gesundheitsvorsorge für Ihr Kind. 1. Aufl. (Gesundheit aktuell).

Stark, Carsten (2014): Kontingenz und Ambivalenz. Der bioethische Diskurs zur Stammzellenforschung. Wiesbaden: Springer VS.


 

Kostenvergleich einer Nabelschnurblut-Einlagerung – Kosten aller privaten Anbieter

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1 Antwort

  1. Dummer Kunde sagt:

    Danke für den Artikel. Möchte bzgl. Vita34 hinzufügen dass diese im Sommer 2017 den bis dahin günstigesten Anbieter Namens Seracell (1500€ Entnahme & Einlagerung) aufgekauft haben. Der Seracell-Geschwisterbonus (1000€) wird vom Rechtsnachfolger Vita34 verweigert, Mehrkosten von 1500€ stehen somit beim 2. Kind im Raum. Am Telefon wird argumenitert Seracell hätte nie wirtschaftliche gearbeitet, das sei „Allgemein bekannt“… da bekommt der Papa schonmal hohen Blutdruck.

    Diese Informationen mag zum heutigen Zeitpunkt keine Relevanz mehr haben. Das Geschäftsgebahren von Vita34 könnte aber für werdende Eltern von Interesse sein. „Drum prüfe wer sich ewig bindet“ könnte auch für langristige Veträge relevant sein.

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