Kritik an der Stammzellenbank Vita 34 aus Leipzig

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Kritik an der Stammzellbank Vita 34

Verständlicherweise werden neue medizinische Ansätze immer auch kritisch bewertet und es gibt ablehnende Stimmen gegenüber einer privaten Stammzell-Einlagerung. Speziell Vita 34 steht als größter kommerzieller Anbieter von Einlagerungen im Kreuzfeuer der Kritik. Deswegen haben wir für dich alle kritischen Punkte zusammengetragen. So kannst du dir ein gutes Bild darüber machen, ob die Gründe für eine Einlagerung bei einem Privatanbieter tatsächlich für dich ausreichend sind.

 

Generelle Kritik an der privaten Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut

Besonders im Rahmen der Einführung dieser neuen medizinischen Möglichkeit von Stammzellen aus Nabelschnurblut wurde die Methode der Konservierung als dubiose Geldmacherei bezeichnet. So wäre die private Einlagerung speziell aus diesen Gründen sinnlos:

  • Die Bedarfswahrscheinlichkeit körpereigener Stammzellen ist äußerst gering
  • Bei genetischen Erkrankungen können körpereigene Stammzellen nicht verwendet werden
  • Die Blutmenge würde nur für eine Infusion für ein max. 40kg schweres Kind ausreichen

Bei unserer Recherche konnten wir nur 2 von 3 Kritikpunkte als gerechtfertigt ansehen. Die Wahrscheinlichkeit der Verwendung von körpereigenen Stammzellen ist tatsächlich sehr gering. So konnte Vita 34 erst 32 Fälle einer erfolgreichen medizinischen Einsetzung bei über 200 000 Einlagerungen verzeichnen. Auch das zweite Argument ist absolut folgerichtig, denn bei genetischen Erkrankungen würden körpereigene Stammzellen tatsächlich die Krankheit eher wieder hervorrufen und nicht stoppen, das ist jedem Mediziner sonnenklar. Für die letzte Argumentation gibt es keine stichhaltigen Informationen, vermutlich stammt es noch aus der Zeit der ersten Einlagerungen oder einfach nur aus einer Vermutung heraus. Mithilfe neuester Aufbereitungstechniken werden die Stammzellen vorab extrahiert und anschließend konserviert, diese reichen in ihrer Konzentration für die gängigen Verfahren der Regenerativen Medizin aus. Von Seiten der Befürworter von Nabelschnurblut-Einlagerungen werden auf die bemerkenswerten Fortschritte in den Laboratorien und die vielen neuen Einsatzgebieten aus international renommierten Studien hingewiesen (Einsatzgebiete in der Regenerativen MedizinFortschritte gegen die häufigste Todesursache der Welt). Aus dieser Perspektive kann eine Einlagerung der Stammzellen dein Kind an dem wissenschaftlichen Fortschritt teilhaben lassen. Zusätzlich können schon heute Stammzellen über 70 Krankheiten heilen:  dahingehend haben wir auf einer anderen Seite die Pro- und Contras einer Einlagerung für dich zusammengefasst. Inwieweit für diese Fortschritte die Einlagerung von körpereigenen Stammzellen notwendig ist kann nicht beantwortet werden und reicht ins Reich der Spekulationen hinein, es gibt dafür keine endgültigen Aussagen.

 

Kritik an der mangelnden Netzabdeckung von Vita 34

In einigen Foren wurde von einer mangelnden Netzabdeckung bei Vita 34 geschrieben und im gleichen Atemzug auf einen anderen Anbieter verwiesen. Die Argumentation lautet bei diesen kritischen Stimmen dahingehend:

  • Es gibt in ihrer Nähe keine Kooperationskliniken von Vita 34
  • Es gibt so gut wie keinen Kundenservice bei Vita 34

Nach unseren Recherchen sind beide Kritikpunkte an den Haaren herbeigezogen. Vita 34 hat deutschlandweit nachweislich die beste Netzabdeckung mit rund 95 % aller Geburtskliniken. Damit verweist Vita 34 sogar die sehr gut vernetzte Deutsche Stammzellenbank und die stärker im Süden präsente Eticur deutlich auf die Ränge zwei und drei. So konnten wir nicht nur viele Kooperationskliniken von Vita 34 in Berlin, München, Hamburg, Köln, Erlangen und Leipzig finden, sondern auch eine gute Abdeckung in den Provinzen feststellen. Die Kritik bezüglich dem Kundenservice haben wir selbst überprüft und bei der entsprechenden Telefonnummer angerufen. Die Dame ist freundlich gewesen und verwies auf die Geschäftszeiten von Mo. bis Fr. 8:00 – 19:00 Uhr sowie die kostenlose Hotline und Infomaterialien, die sie uns gerne ebenso kostenfrei zuschicken möchte. Dieser Service entspricht auch den Erfahrungen, die wir bei der Deutschen Stammzellbank gemacht haben: kostenlose Hotline (hier sogar am Wochenende) und kostenfreie Infomaterialien für Zuhause.

 

Vita 34 ist ein teurer Marktführer

Sehr häufig wird besonders kritisch über die systematischen Firmenübernahmestrategie und deren Auswirkungen berichtet, im Zentrum steht die Kritik:

  • Vita 34 kauft alle Konkurrenten
  • Vita 34 ist teuer

Nach unserem Kenntnisstand sind beide Kritikpunkte berechtigt. Tatsächlich hat Vita 34 am deutschen Markt den günstigen Anbieter Seracell übernommen und kann auch auf zahlreiche Firmenfusionen in Spanien, Dänemark, Litauen sowie Serbien verweisen. Damit erhöht sich tatsächlich die Marktkonzentration und Vita 34 kommt zunehmend in die Situation einer Monopolstellung. In Deutschland gibt es bspw. nur mehr zwei Anbieter neben Vita 34, nämlich Eticur und die Deutsche Stammzellbank – auch in Österreich hat Vita 34 nur mehr einen Mitbewerber. Vita 34 ist somit ein sehr kauffreudiger und in einem ständigen Wachstum inbegriffer Mitbewerber, dieser Umstand könnte sich zukünftig auch auf die Preisgestaltung  auswirken. In unserem Kostenvergleich belegte Vita 34 den mit Abstand letzten Platz und kann mit dem derzeitig günstigsten Angebot Deutschlands keinesfalls mithalten.

 

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Weiterführende Literatur über Kritik an Stammzellen-Einlagerungen

Arnold, Stefan; Bernat, Erwin; Kopetzki, Christian (Hg.) (2016): Das Recht der Fortpflanzungsmedizin 2015 – Analyse und Kritik. Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung (Schriftenreihe Recht der Medizin, Band 38). Wien: Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung.

Gordijn, Bert (2000): Ethische Fragen zur Stammzellentransplantation aus Nabelschnurblut. In: Ethik in der Medizin 12 (1), S. 16–29.

Höfling, Wolfram (2001): Reprogenetik und Verfassungsrecht (Schriftenreihe der Kölner Juristischen Gesellschaft, 27). Köln: Schmidt.

Kalender, Ute (2014): Körper von Wert. Eine kritische Analyse der bioethischen Diskurse über die Stammzellforschung (Gender Studies). s.l.: transcript Verlag.

Kersten, Jens (2004): Das Klonen von Menschen. Eine verfassungs-, europa- und völkerrechtliche Kritik. Zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Habil.-Schr., 2004 (Jus publicum, 115). Tübingen: Mohr-Siebeck.

Trost, Sabine (2015): Präimplantationsdiagnostik im österreichischen Recht. Analyse und Kritik (Linzer Schriften zu Gender und Recht, 57). Linz: Trauner Verlag.


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