Einsatzgebiete der Nabelschnurblutspende in der Regenerativen Medizin

Stammzellen in Reagenzglas für Stammzellforschung © Dan Race - Fotolia.com

Stammzellen aus Nabelschnurblut (Plazentarestblut) können über 70 Krankheiten heilen und sollten deswegen gespendet oder eingelagert werden (weitere Informationen dazu). Besonders in der Regenerativen Medizin werden große Erwartungen in neue Anwendungsmethoden gesetzt. Die Regenerative Medizin ist ein relativ junges Feld der Biomedizin und beschäftigt sich mit den körpereigenen Stammzellen. In den letzten Jahren konnten dahingehend große Fortschritte erzielt werden. Mithilfe von Züchtungen aus Stammzellen sollen kranke und zerstörte Zellen, Gewebearten, Knochen und sogar Organe therapiert werden. Die Stammzellen aus Nabelschnurblut eigenen sich besonders, da sie im Vergleich zur Knochenmarktspende über eine höhere Teilungsfähigkeit (Pluripotenz) besitzen. Es gibt verschiedene Modelle wie du dein Nabelschnurblut weiterverwenden kannst und es gibt gute Gründe für eine private Einlagerung der Stammzellen.

 

Erfolgreicher Einsatz von Nabelschnurblut-Stammzellen

Heutzutage können mithilfe der Stammzellen schon Herzklappen und Luftröhren sowie Haut-, Knochen- und Knorpelersatz erstellt werden. Die Nachzüchtungen aus dem Labor kommen als Bioimplantate in Einsatz und ersetzen somit Nachbauten aus körperfremden Stoffen. Hilfreich sind die Stammzellen auch bei der Behandlung von Leukämie, Blutarmut (Anämie), Hirnschäden und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sogar die Heranzüchtung von künstlicher Haut aus autologen Stammzellen ist mittlerweile medizinisch möglich und kann Patienten mit schweren Verbrennungen helfen. Diese breiten Einsatzgebiete beweisen den großen Nutzen der Stammzellenforschung in der Gegenwart.

 

Die Regenerative Medizin als neuer Hoffnungsträger

Die Regenerative Medizin widmet sich in der Forschung zunehmend den weitverbreiteten Zivilisationskrankheiten. Sie erhofft sich Fortschritte bei der Therapierung von Patienten die unter Zuckerkrankheit, Herzkrankheit oder Fettsucht leiden. Aber auch Parkinson, Querschnittslähmung und Krebs sollen mithilfe der Stammzellenforschung im Rahmen der regenerativen Medizin gelindert bzw. geheilt werden. Erste Erfolgsaussichten zeigen sich schon bei der Bekämpfung der Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus. Nach einer Stammzellentransplantation konnte die notwendige Insulinzufuhr deutlich reduziert oder sogar auf Jahre gestoppt werden. Die Lebensqualität von Patienten der chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn konnte in einer Studie ebenfalls dank einer Stammzellentransplantation verbessert werden. Bisher galt ein Hörverlust bei Kindern in Form von Beschädigungen der mikroskopisch kleinen Haarzellen im Innenohr als unheilbar. Selbst in diesem Krankheitsfeld ergeben erste Studien positive Hinweise einer Verbesserung der Hörleistung nach gelungener Transplantation. Besonderes Augenmerk liegt auch auf Schlaganfallpatienten, da dieser eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Deutschland ist. Studien konnten eine Verbesserung der Hirnfunktion nach einer erfolgreichen Infusion von Stammzellen andeuten. Besonders bei multipler Sklerose – einer chronisch-entzündlichen Erkrankung im zentralen Nervensystem – kann mithilfe der Stammzellen aus Nabelschnurblut eine schmerzhafte Transplantation von Knochenmark verhindert werden. Die hier aufgezählten Anwendungsgebiete zeigen die enormen Erwartungen und ersten Erfolge der Stammzellenforschung. Aus diesen Gründen und Möglichkeiten sollte über die Spende oder Einlagerung des Nabelschnurblutes vor der Geburt nachgedacht werden.

 

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Links

Eticur (2018): Pluripotente Stammzellen aus der Nabelschnur haben großes Potential. Stand: 12.03.2018.

Vita 34 (2018) : Glossar Regenerative Medizin. Stand 25.09.2018

Bundesministerium für  Forschung und Bildung (2013): Ausführlicher Folder über Regenerative Medizin in PdF. Stand 26.9.2018

 

Weiterführende Literatur

Bhatia, Sujata K. (2012): Engineering biomaterials for regenerative medicine. Novel technologies for clinical applications. New York: Springer.

Jungebluth, P.; Haag, J. C.; Macchiarini, P. (2015): Regenerative Medizin. In: Z Herz- Thorax- Gefäßchir 29 (3), S. 213–220.

Kuhbier, J. W.; Weyand, B.; Sorg, H.; Radtke, C.; Vogt, P. M.; Reimers, K. (2010): Stammzellen aus dem Fettgewebe : Eine neue Ressource für die regenerative Medizin? In: Der Chirurg; Zeitschrift fur alle Gebiete der operativen Medizen 81 (9), S. 826–832. .

Nehrer, Stefan (2008): Regenerative Medizin – Wozu? In: Sports Orthopaedics and Traumatology Sport-Orthopädie – Sport-Traumatologie 24 (2), S. 61.

Gluckman, Eliane; Ruggeri, Annalisa; Volt, Fernanda; Cunha, Renato; Boudjedir, Karim; Rocha, Vanderson (2011): Milestones in umbilical cord blood transplantation. In: British journal of haematology 154 (4), S. 441–447.

Orlando, Giuseppe (Hg.) (2014): Regenerative medicine applications in organ transplantation. 1. ed. Amsterdam: Acad. Press/Elsevier.

Riedel, F.; Goessler, U. R.; Stern-Straeter, J.; Riedel, K.; Hörmann, K. (2008): Regenerative Medizin. Chancen für die rekonstruktive Kopf-Hals-Chirurgie. In: HNO 56 (3), S. 262–274.

Sakurada, Kazuhiro; McDonald, Fiona M.; Shimada, Fumiki (2008): Regenerative Medizin und stammzellbasierte Wirkstoffentwicklung. In: Angew. Chem. 120 (31), S. 5802–5823.

Tiedemann, G.; Wagner, A. (2011): Regenerative Medizin: Potenziale eines ressourcenorientierten Behandlungsprinzips für (Verschleiß-)Krankheiten im Alter. In: B & G 27 (02), S. 70–73.


Einsatzgebiete der Nabelschnurblutspende in der Regenerativen Medizin

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Stammzellen in Reagenzglas für Stammzellforschung © Dan Race – Fotolia.com

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