Stammzelltransplantation bei Sportverletzungen – Meniskusriss

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Die Stammzellen aus Knochenmark, Fettgewebe oder Nabelschnurblut können bei über 70 Krankheiten eingesetzt werden. Die Stammzellforschung versucht, beispielsweise neue Zähne aus Stammzellen zu züchten oder mithilfe von Stammzelltransplantationen den zunehmenden Hörverlust zu verbessern. Selbst chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose oder AIDS sollen bald der Vergangenheit angehören. Doch nicht nur bei chronischen Erkrankungen können Stammzellen helfen, sondern auch bei akuten Verletzungen. Der Einsatz von Stammzellen bei Sportverletzungen wurde dank Leistungssportlern wie dem Tennisspieler Raphael Nadal oder dem Fußballspieler Christiano Ronaldo bekannt. Wir möchten in diesem Beitrag die Frage beantworten, inwiefern Stammzellen bei akuten Verletzungen den Genesungsprozess verbessern können.

Verletzungen sind nicht ein Problem des Leistungssports

Umso weniger wir trainiert sind, desto größer ist die Verletzungsgefahr bei sportlichen Aktivitäten. Fast die Hälfte aller Sportverletzungen betreffen Fußballspielern im Amateurbereich. Doch auch im professionellen Leistungssport führen Ermüdungserscheinungen und abrupte Richtungswechsel zu schweren Knieverletzungen[1].  Von Meniskusrissen sind besonders häufig Fussball-, Tennis- und Basketballspieler betroffen.  Die Funktion des Meniskus im menschlichen Körper gleicht dem eines Stoßdämpfers bei einem Auto. Die Menisken bestehen aus Bindegewebe und elastischen Knorpeln und dämpften die Kniescheibe gegen Erschütterungen[2]. Der Meniskusriss ist eine der weitverbreitetsten Verletzungen des Kniegelenks. Der „traumatisch“ bedingte Meniskusriss tritt bei plötzlichen Drehbewegungen oder Richtungswechseln auf. Besonders das „Stop-und-Go“ im Tennis und Basketball sind besonders verheerend für diese „Schwachstelle“ im Knie.

Traditionelle Behandlungsmethoden

Bei einer Quetschung des Meniskus wird in erster Linie mit einem „Ruhestellen“ des Knies behandelt. Die Bandagen stabilisieren das betroffene Knie und kühlende „Pads“ wirken gegen die Schwellung. Nach einer rund dreiwöchigen Sportpause kann das Knie wieder belastet werden. Anders sieht es jedoch bei einem Riss aus, denn hier wird in vielen Fällen ein operativer Eingriff unausweichlich. Der Meniskus kann sich nach einem schweren Riss nämlich nicht mehr selbst heilen, aus diesem Grund werden oft künstliche Meniskusimplantate eingesetzt[3].

Wie können Stammzellen bei einem Meniskusriss in Zukunft helfen?

In klinischen Studien wurde ein sogenannter „Stammzellen-Verband“ schon mehrfach getestet[4]. Für diesen Verband wurden im Vorhinein körpereigene Stammzellen entnommen und rund 2 Wochen in einer speziellen Wachstumsflüssigkeit vermehrt. Die Stammzellen werden in einem weiteren Schritt auf einem „Kollagenmembran“ angebracht und transplantieren sie an die betroffenen Gelenkknorpeln im Knie. Es dauert zwar eine Weile, aber nach rund einem Jahr sind die Menisken bei allen Patienten wieder vollfunktionsfähig gewesen. Diese Methode hat jedoch noch ihre Tücken, denn bei manchen Patienten kam es einige Jahre darauffolgend wieder zu einem neuen Meniskusriss. Die Stammzellforschung versucht diesen Behandlungsmechanismus soweit zu perfektionieren, dass die Funktionsfähigkeit des Knies über viele Jahre stabilisiert und verbessert werden kann.

Stammzellen aus Nabelschnurblut eignen sich für Transplantationen

Die positiven Forschungsentwicklungen gegenüber Meniskusverletzungen basieren auf der Weiterverwendung von körpereigenen Stammzellen[5]. Diese Stammzellen können nach einer Geburt einfach und unkompliziert aus dem Nabelschnurblut entnommen werden[6]. Dieses kann dann entweder in öffentlichen Stammzellbanken als Spende oder in privaten Nabelschnurblutbanken für den Eigengebrauch eingelagert werden. Eine Einlagerung des Nabelschnurblutes auf 18 Jahre kostet rechnerisch zwischen 1840 und 3150 € je nach Anbieter. Unser Leistungs- und Kostenvergleich bietet dahingehend eine übersichtliche Gegenüberstellung der zwei großen Anbieter Vita 34[7] und der Deutschen Stammzellbank (DSB)[8].

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Literaturverzeichnis

Deutsche Stammzellenbank (2018): Webseite. URL: https://www.deutsche-stammzellenbank.de/, Stand: 25.09.2018.

Fink, C. (2001): Meniskusrefixation – Anatomische und biologische Grundlagen. In: Arthroskopie 14 (4), S. 248–253. DOI: 10.1007/s001420100153.

Jäger, M.; Sager, M.; Knipper, A.; Degistirici, O.; Fischer, J.; Kögler, G. et al. (2004): In-vitro- und In-vivo-Knochenregenerierung durch mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. In: Der Orthopade 33 (12), S. 1361–1372. DOI: 10.1007/s00132-004-0737-x.

Kreuz, P. C.; Lenz, R.; Vogt, S.; Imhoff, A. B.; Tischer, T. (2011): Meniskus Tissue Engineering. In: Arthroskopie 24 (1), S. 57–61. DOI: 10.1007/s00142-010-0598-8.

Laver, Lior; Hoffmann, Alexander; Spalding, Tim; Mouton, Caroline; Seil, Romain (2017): Hypermobiler lateraler Meniskus. In: Arthroskopie 30 (2), S. 100–107. DOI: 10.1007/s00142-017-0128-z.

Manzei, Alexandra (2005): Stammzellen aus Nabelschnurblut. Ethische und gesellschaftliche Aspekte ; eine Veröffentlichung des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW). 1. Aufl. (IMEW Expertise, 4). Berlin: Institut Mensch Ethik und Wissenschaft (IMEW).

Meniskus-Riss braucht Kniebeugen (2013). In: CME 10 (9), S. 19.

Vita 34 Stammzellenbank (2018): Webseite. URL: https://www.vita34.de/, Stand: 25.09.2018.

[1] Fink 2001.

[2] Laver et al. 2017.

[3] Meniskus-Riss braucht Kniebeugen 2013.

[4] Kreuz et al. 2011.

[5] Jäger et al. 2004.

[6] Manzei 2005.

[7] Vita 34 Stammzellenbank 2018.

[8] Deutsche Stammzellenbank 2018.


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