Tipps & Tricks für den Beikoststart

Babybrei
Babybrei © tycoon101/fotolia.com

Beikosteinführung, Baby-led-weaning und Familienkost sind Themen, mit denen sich die meisten Eltern eher früher als später beschäftigen. Die wichtigsten Informationen dazu gibt es bereits in unserer App Babyentwicklung – wie immer kurz, prägnant und übersichtlich.

Hier wollen wir sie um wertvolle Tipps und Tricks aus dem Babyalltag ergänzen und unsere Lieblingsrezepte fürs 1. Lebensjahr vorstellen.

 

Obst und Gemüse im Korb

Obst und Gemüse im Korb © monticellllo-Fotolia.com

Gemüse schmackhaft machen

Ist das Baby bereit für den ersten Brei, eignen sich dafür besonders Gemüsesorten, die in Geschmack und Süße der Muttermilch ähneln. Das sind z.B.

  • Möhre,
  • Kürbis,
  • Süßkartoffel,
  • Pastinake und
  • Fenchel.

Darüber hinaus werden auch solch milde Gemüse wie

  • Gurke,
  • Tomate,
  • Kohlrabi,
  • Zucchini und
  • Brokkoli

meist gut akzeptiert. Gemüsesorten, wie Kohl (Rot-, Blumen-, Rosenkohl) und diverse Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen), stehen normalerweise erst später auf dem Speiseplan, da sie noch schwer verdaulich sind und zu Blähungen führen können.

Neben Geschmack und Verträglichkeit können für selbstgekochten Gemüsebrei auch Regionalität und Saisonalität ein Auswahlkriterium sein. Entsprechendes Gemüse ist nämlich ärmer an Nitrat als vergleichbare Treibhausware und im Idealfall zudem unbehandelt. Wenn du dich damit aber zu eingeschränkt fühlst, bist du mit Tiefkühlprodukten am besten beraten, so lange du diese schonend garst und die Garflüssigkeit dem Brei anschließend zufügst.

 

Tipp

Je reifer das Gemüse umso nährstoffreicher ist es. Das gilt für Obst natürlich ebenfalls.

 

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Kostproben wiederholen

Manchmal braucht es allerdings ein wenig Geduld beim Beikoststart. Das kann neben fehlendem Hunger besonders zu Anfang auch an der ungeübten Mundmotorik liegen. Ein schmaler, flexibler Löffel* kann das Üben vereinfachen. Darüber hinaus brauchen Babys und auch Kinder manchmal einige Kostproben, nicht selten 10 oder mehr, bis sie sich an einen neuen Geschmack gewöhnt haben.

 

Tipp

Du machst euch das Leben einfacher, wenn du ein neues Lebensmittel mit einem bekannten Nahrungsmittel kombinierst. Eine Kontinuität der gefütterten Lebensmittel ist aber nicht nur für die Geschmacksentwicklung entscheidend, sondern hilft auch, das noch empfindliche Verdauungssystem langsam an „feste“ Nahrung zu gewöhnen. Unverträglichkeiten können so eher bestimmt und Allergien vermieden werden. Vergiss trotzdem nicht, jedes Kind ist anders. Und es ist natürlich durchaus möglich, dass ihm das ein oder andere Lebensmittel schlichtweg nicht schmeckt. Dann belass es erst einmal dabei. Keine Sorge: Der Geschmack kann sich in den nächsten Jahren durchaus noch ein paar Mal ändern.

 

Baby mit Löffel

© Oksana Kuzmina – Fotolia.com

Kleckern erlauben

Für eine erfolgreiche Einführung der Beikost ist es unabdingbar, dass du die Bedürfnisse deines kleinen Knopfes respektierst. Ansonsten wird das Thema Essen und Ernährung schnell Inhalt eines Machtkampfes, den du langfristig nur verlieren kannst. Gehst du hingegen entspannt und ohne eine besondere Erwartungshaltung bezüglich Zutaten, Mengen, Dauer der Mahlzeit oder Sauberkeit an die Sache heran, lernt dein Baby von Anfang an, dass Essen Spaß macht, und die Beikost wird zum Selbstläufer.

 

Tipps

  • Füttere in einem geeigneten Moment, wenn dein Baby fit und hungrig ist und du keinen Zeitdruck hast. Klar sind zeitliche Strukturen hilfreich für den Alltag mit Baby – aber eben nicht um jeden Preis. Manchmal ist es einfach besser, eine Breimahlzeit zu verschieben oder gar durch eine Milchmahlzeit zu ersetzen.
  • Achte auf die nonverbalen Signale, die dir dein kleiner Knopf gibt.
  • Akzeptiere Kleckereien am besten als natürliches Phänomen der Beikosteinführung. Dein Baby profitiert davon, die neue Nahrung nicht nur zu schmecken, sondern mit allen Sinnen wahrzunehmen. Hältst du ihm stattdessen die Hände fest, damit es nicht in den Brei patscht, verwehrst du ihm nicht nur eine wichtige Erfahrung, sondern bringst Essen auch mit etwas Negativem in Verbindung.
  • Ist der Boden in deiner Küche bzw. deinem Esszimmer nicht ganz pflegeleicht, kannst du den Bereich unter und um den Kinderstuhl ganz einfach mit einer Bodenschutzmatte* schützen, wie sie oftmals auch für Büro-Rollstühle verwendet wird.
  • Ein Großteil der Kleckerei beim Breifüttern entsteht übrigens dadurch, dass dein kleiner Knopf schon bald nicht mehr einfach nur den Mund aufmachen, sondern den Löffel am liebsten selbst in die Hand nehmen möchte. Indem du ihm einen zweiten, eigenen Löffel zur Ablenkung gibst, kann die Mahlzeit auch weiterhin halbwegs sauber und zügig ablaufen.

 

Löffelbiskuits

© Oksana Kuzmina -Fotolia.com

Zur Eigenständigkeit ermuntern

Der Löffel ist für lange Zeit nicht mehr als ein Spielzeug. Doch bietest du deinem Baby stattdessen einen Brotkanten oder ein anderes Fingerfood an, so vermag es sich in ein paar Wochen (um den 8. Monat herum) bereits damit nebenbei selbst zu „füttern“. Das macht nochmal mehr Spaß, fördert die motorische Entwicklung und ganz besonders auch die Eigenständigkeit. Gegebenenfalls kannst du es auch mit Butter, Erdnussmus, Frischkäse oder Leberwurst bestreichen. Darüber hinaus eignen sich als Fingerfood besonders gut

  • Apfel- und Birnenschnitze, die je nach Kauvermögen des Babys weicher oder härter sein dürfen. Hier erfährst du, wie sie auch über Stunden hinweg noch ansehnlich bleiben.
  • Bananenbrot ist nahrhaft, lecker und leicht zu kauen.
  • Frikadellen sind ein tolles Lebensmittel, in dem sich alle Komponenten einer ausgewogenen Mahlzeit auf einmal verstecken lassen.
  • Gemüsesticks: Kurz gedünstet oder gegart, sind sie einerseits noch griffig, andererseits aber weich genug, um auch nur mit dem Gaumen zerkleinert zu werden. Außerdem bleiben ihnen so die Vitamine erhalten.
  • Kekse: Die schmecken auch Babys schon. Ob der Brei, den du ja eigentlich füttern willst, dann noch interessant ist?
  • Knusperbrot bezeichnet die luftige Version des Knäckebrotes. Besser halten und essen kann dein kleiner Knopf es, wenn du es vorher der Länge nach halbierst.
  • Maisstangen: In der langen Version, wie man sie im Laden oftmals unter den polnischen und russischen Spezialitäten findet, kann dein Baby sie gut halten. Bei speziellen Babyprodukten hingegen verschwinden die Reste der Stangen nach zweimal Knabbern leider unerreichbar in der geschlossenen Babyfaust.
  • Pancakes sind ideal für Kinderhände. Je nach Rezept lässt sich im Teig auch noch allerhand Gutes verstecken.
  • Pizza lässt sich gut anbieten, wenn sie lediglich mit Tomatensauce bestrichen ist. Schneide gegebenenfalls einfach ein entsprechendes Randstück von eurer Familienpizza ab.
  • Tortilla eignet sich erst gegen Ende des ersten Lebensjahres als Fingerfood, wenn dein kleiner Knopf auch Ei essen darf.
  • Zwieback lässt sich gut lutschen und ist süß. Hier stellt sich also eine ähnliche Frage wie bei den Keksen.

 

Guten Appetit und alles Liebe,

Kirstin

 

Lifehacks

Hier findest du noch mehr Lifehacks für die Babyzeit.

Und hier gibt es dann die Lifehacks für die Kinderzeit.

 

iOS und Android App

Babyleicht durchs erste Jahr? Unsere iOS- und Android-App Tipps & Tricks für die Babyzeit erleichtert euch mit ihren detaillierten Anleitungen, praktischen Checklisten und cleveren Lifehacks den Alltag in fast allen Bereichen. Die kreativen DIY-Projekte und leckeren Rezepte sorgen außerdem für jede Menge Spaß und Genuss.

 

 


Menü Lifehacks für die Babyzeit

 

Tipps & Tricks für den Beikoststart 6

Fingerfood für Babys © Heike Rau/fotolia.com

Tipps & Tricks für den Beikoststart

Babybrei © tycoon101/fotolia.com

Tipps & Tricks für den Beikoststart 3

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