Die optimale Heizung: Wärmepumpe versus Fernwärme

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In unserem Neubaugebiet besteht eine grundsätzliche Anschlusspflicht an das Fernwärmenetz. Sie kann lediglich durch Verwendung regenerativer Energiequellen oder durch Errichtung eines Passivhauses umgangen werden.

 

Vorteile beim Heizen mit Fernwärme

Fernwärme gilt in vielerlei Hinsicht als die optimale Heizmethode. Da es sich dabei um ein Abfallprodukt aus Industrieanlagen oder Kraftwerken handelt, das ansonsten in die Luft verpuffen würde, ist Fernwärme ein durchaus umweltschonendes Produkt. Ein weiterer Pluspunkt für die Fernwärme im Vergleich mit anderen Heizmethoden ist die deutliche Platzersparnis im Haus. Dadurch, dass die hausinterne Wärmeanlage und die Brennstofflagerung entfallen, reduziert sich der Platzbedarf auf zwei kleinere Kästen, nämlich Übergabestation und Hauszentrale. Praktisch ist außerdem, dass das Heizen mit Fernwärme überaus wartungsarm ist und trotzdem nicht störungsanfälliger als andere Systeme. Dabei liegt die Störungsbeseitigung in der Verantwortung des Versorgers, genauso wie das Erneuern des Wärmezählers alle fünf Jahre.

 

Vorteile beim Heizen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Eine mögliche Alternative zur Fernwärme wäre für uns die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Schließlich gehört sie bei Gussek Haus* zum Basispaket und wir hätten mit diesem Punkt nichts weiter zu tun. Eine verlockende Aussicht, zumal die Luft-Wasser-Wärmepumpe ebenfalls als ökologisch sauber gilt. Hinzu kommt die damit verbundene Unabhängigkeit von einem Anbieter, dessen Versorgungsgewährleistung und Preisgestaltung. Luft gibt es schließlich immer und überall. Der für den Betrieb nötige Strom kann von verschiedensten Anbietern bezogen werden, so dass du das für dich beste Angebot in Preis und Brennstoff (z.B. Ökostrom) auswählen kannst. Und wenn du mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach planst, bist du sogar völlig autark.

 

Das Monopol der Fernwärmeanbieter

Anders ist das bei der Fernwärme. Und genau das ist das Problem. Hiermit legst du dich auf einen bestimmten Anbieter fest und scheinst diesem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Die Verbraucherrechte sind auf diesem Markt noch unzulänglich und schlecht vertreten. Immerhin untersteht der einzelne Fernwärmeanbieter, gleichwohl er kein registriertes Monopol hat, einer kartellrechtlichen Aufsicht und seine Preisanpassungen müssen den Regeln der Billigkeit entsprechen.

 

Detaillierter Kostenvergleich

Doch erst mal von vorne: Um die für uns optimale Heizmethode zu finden, haben wir die beiden uns vorliegenden Angebote einander gegenübergestellt. Die Fernwärme würden wir über die Westfälische Fernwärmeversorgung, die Luft-Wasser-Wärmepumpe über Gussek Haus* beziehen, wobei deren Stromversorgung über die Stadtwerke laufen würde.

 

Vergleichbare Anschaffungskosten

Der Preis für die Anschaffung der Geräte sowie deren Anschluss unterscheidet sich in unserer Betrachtung nicht. Er beläuft sich im einen (Anschluss, Übergabestation, Hauszentrale und Warmwasserspeicher) wie im anderen Falle (Anschluss, standardmäßige Luft-Wasser-Wärmepumpe und Warmwasserspeicher) aufgerundet auf 10.000 €. Dabei entfällt bei der Fernwärmeversorgung der größte Kostenanteil auf den Anschluss (7.000 €) und beim Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe auf den Kauf der Pumpe (8.000 €).

 

Fernwärme in den laufenden Kosten etwas teurer

Der Arbeitspreis, der Preis pro Kilowattstunde, ist über den Fernwärmeanbieter deutlich günstiger als über unseren Stromversorger, der momentan keinen speziellen Wärmepumpentarif anbietet. Dafür ist der Bedarf der Wärmepumpe aber entsprechend niedriger (vgl. Jahresarbeitszahl/JAZ). Unterm Strich tut sich da also nicht viel.

Anders ist das beim Jahresgrundpreis (ggf. plus Mietkosten für den Wärmezähler). Dieser ist beim Bezug von Fernwärme nämlich fast viermal so hoch wie beim Betrieb einer alternativen Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Allerdings wird diese Differenz wieder etwas relativiert, und zwar durch Wartungskosten sowie kalte Wintertage. Anders als die wartungsarme Übergabestation/Hauszentrale sollten Wärmepumpen egal welcher Art eigentlich 1-2-mal jährlich gewartet werden. Die Kosten liegen dabei bei ca. 100 €.

Dabei haben wir dann noch nicht berücksichtigt, dass wir in unserer Kalkulation von optimalen Zuständen ausgehen. Sinkt die Außentemperatur nämlich auf unter 5°C verbraucht die Luft-Wasser-Wärmepumpe schnell deutlich mehr Strom – es sei denn du begnügst dich mit einer frischen Raumtemperatur von 19°C. Gleiches gilt für Haushalte mit mehreren Personen. Für die Bereitstellung von ausreichend warmem Duschwasser muss der Warmwasserspeicher in einer vertretbaren Zeit nachgefüllt werden. Dafür wird dann ebenfalls mehr Strom benötigt.

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass sich auch die Betriebskosten der beiden Systeme unterm Strich nur geringfügig unterscheiden.

 

Wiederanschaffungskosten als K.O.-Kriterium

Trotz Wartung und guter Pflege ist die Lebensdauer der Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 10-15 Jahren deutlich niedriger als die einer Hauszentrale, die gut und gerne bis zu 40 Jahren genutzt werden kann. Dieser Punkt ist ein ziemliches K.O.-Kriterium, da es die Anschaffungs-/Wiederanschaffungskosten einer Wärmepumpe im Vergleich zur Fernwärme auf das Dreifache ansteigen lässt.

 

Nachteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Weniger relevant als der Kostenpunkt, der Vollständigkeit halber aber trotzdem erwähnt, ist die Lautstärke der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Durch Ventilator und Kompressor ist sie systemimmanent und kann langfristig wahlweise den eigenen Schlaf oder das Verhältnis zu den Nachbarn stören. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sollte die Position der Außeneinheit darum genau geplant werden. Eventuell lohnt es sich auch, bei der Anschaffung die Lautstärke der einzelnen Pumpen als vergleichendes Kriterium aufzunehmen.

 

Fazit

Beide Varianten haben ihre Vorzüge. Die Fernwärmeversorgung ist platzsparend, die Wärmepumpe verspricht Unabhängigkeit, beide sind ökologisch sauber. Beide Varianten haben aber auch ihre Nachteile: Während die einen das Abhängigkeitsverhältnis zum Fernwärmeversorger kritisieren, beschweren sich die anderen über die permanente Geräuschbelästigung durch die Wärmepumpe. Das für uns entscheidende Kriterium für unsere Entscheidung für die Fernwärme sind darum die Wiederanschaffungskosten. Selbst wenn sich dieser Markt weiter monopolisiert und zu unseren Ungunsten verändert, können wir uns in 10-15 Jahren nochmal neu entscheiden. Schließlich müssten wir bei anderer Entscheidung zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in eine neue Pumpe investieren.
 

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Literatur


 

Die optimale Heizung - Wärmepumpe versus Fernwärme

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