Fertighaus bauen: Welcher Anbieter hat die besten Preise?

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Die Entscheidung für ein Fertighaus und gegen ein Massivhaus ist gefallen. Nun muss nur noch der richtige Fertighausanbieter gefunden werden. Gar keine leichte Aufgabe, denn die Auswahl ist groß: Aktuell tummeln sich über 150 verschiedene Anbieter am deutschen Markt.

 

Kataloge zur Inspiration

Doch welcher passt am besten zu den persönlichen Vorstellungen? Um einen besseren Überblick zu bekommen, kannst du zunächst nach Bildern von Fertighäusern googlen und Kataloge derer Anbieter anfordern, deren Häuser deinen persönlichen Geschmack treffen. Das Blättern darin hilft, die eigenen Ideen zu schärfen und rauszufinden, in welche Richtung es gehen soll. Für die finale Anbieterauswahl ist dieses Kriterium allerdings eher nachrangig, denn oftmals unterscheidet sich das Produktportfolio der verschiedenen Anbieter weniger als man denkt und die Modelle sind oftmals sogar personalisierbar. Sinnvoller ist es darum, sich an den Kriterien zu orientieren, die der Entscheidung für ein Fertighaus und gegen ein Massivhaus zugrunde gelegt worden sind.

 

Tests geben einen guten Überblick

Die Zeitschrift Capital hat im Mai 2018 erstmals die 49 größten Fertighausanbieter getestet und zwar in Hinblick auf Service und Informationen, Vertrag und Recht sowie Bauqualität und Wohngesundheit. Auf Platz 1 steht dabei Schwörer Haus. Allkauf, Baufritz, Fingerhut Haus, Huf Haus, Okal und Weber Haus haben ebenfalls 5 Sterne bekommen, wobei du beachten musst, dass Allkauf grundsätzlich nur Ausbauhäuser und keine schlüsselfertigen Häuser anbietet. Die Ergebnisse des Capital Tests sind im so genannten Fertighaus-Kompass zusammengefasst und können als solide Vergleichsbasis für die Auswahl herangezogen werden.

 

Standardisierte Fertigung

Die standardisierte Fertigung des Hauses aus einer Hand war für uns das wohl wichtigste Kriterium für die Entscheidung zum Fertighaus. Darum haben wir uns auf die Anbieter konzentriert, die schon lange am Markt sind und gleichzeitig viele Häuser produzieren. Wir sind davon ausgegangen, dass die Modelle optimiert, die Produktionsabläufe routiniert und die Angestellten erfahrener sind als bei Anbietern, die vergleichsweise wenige Fertighäuser gebaut haben. Hinzu kommt, dass größere Anbieter eher über eigene Handwerker verfügen, während kleinere Anbieter mehr Leistungen einkaufen müssen. Damit war unsere Auswahl schon mal auf neun Anbieter geschrumpft: Gussek Haus, Hanse Haus, Kampa, Luxhaus, Okal, Rubner, Schwabenhaus, Schwörer Haus und Weber Haus; da Rubner nur in Bayern und Baden-Württemberg baut sogar nur acht.

 

Gutes Preisleistungsverhältnis

Ein zweites Kriterium für die Wahl eines Fertighauses war das gute Preisleistungsverhältnis. Der Preisvergleich des Fertighaus-Kompass ließ weitere vier Anbieter ausscheiden. Kampa, Luxhaus, Okal und Weber Haus waren uns einfach zu teuer.

 

Kurze Bauzeit

Schließlich wollten wir noch die Bauzeit berücksichtigen. Mit 4 Monaten liefert Schwabenhaus am schnellsten, dicht gefolgt von Gussek Haus und Hanse Haus. Da SchwörerHaus aus dem Capital-Test aber als Testsieger hervorgegangen ist, wollten wir diesen Anbieter trotz der Lieferzeit von 12 Monaten berücksichtigen.

 

Das persönliche Gespräch zählt

Nach einer solchen engeren Auswahl macht es Sinn mit jedem der Anbieter ein persönliches Gespräch zu vereinbaren – vielleicht sogar am gleichen Tag.

 

Vorteile von Musterhausparks

Das machen die Musterhausparks möglich, von denen es mittlerweile über Deutschland verteilt 19 gibt. Ein Musterhauspark stellt Musterhäuser verschiedener Fertighaus-Hersteller aus und ist damit eine prima Inspiration für angehende Bauherren. Er hat darüber hinaus aber vor allem den Vorteil, dass du hier die Kundenberater der verschiedenen Anbieter treffen, dich gezielt informieren und mit Termin ein ganz persönliches Angebot machen lassen kannst. Hier lassen sich problemlos verschiedene Preisvarianten vergleichen und Extrawünsche diskutieren. Aus unserem eigenen Besuch in der Fertighauswelt Wuppertal haben wir außerdem mitgenommen, dass Schwörer sich stark über eine markenbewusste Ausstattung, z.B. Villeroy und Boch im Sanitärbereich, sowie über Wohngesundheit positioniert. Eine Besonderheit bei Hanse Haus hingegen ist, dass alle Wände per se so gebaut sind, dass sie den Ansprüchen eines KfW40 Hauses genügen.

 

Vorteile von Hausmanufakturen

Den Termin mit der Firma Gussek Haus haben wir direkt in deren Hausmanufaktur in Nordhorn vereinbart, da sie nur 1,5 Autostunden von uns entfernt liegt. Hier gibt es nicht nur ein Musterhaus zu sehen, sondern auch alle Materialien: die verschiedenen Fassaden, Ziegel, Fenster, Türen, Böden, Treppen, Heizungsmodelle, … So hat sich u.a. herausgestellt, dass Gussek Haus der derzeit einzige Anbieter ist, der eine echte Klinkerfassade anbietet. Die anderen Anbieter arbeiten hingegen mit Riemchen, d.h. mit schmaleren Klinkersteinen (1,4 cm), die nicht zu einer Vormauer verbaut, sondern direkt auf die Fassade geklebt werden. Ein solcher Besuch von Hausmanufaktur und Werk hat durchaus Vorteile – und das für beide Parteien. Du bekommst einen viel besseren Eindruck davon, was du mit der Vertragsunterzeichnung kaufst und der Verkäufer kann viel leichter überzeugen.

 

Warum wir uns für Gussek Haus entschieden haben

Nach detaillierter Sichtung der drei Angebote, nämlich von SchwörerHaus, Hanse Haus und Gussek Haus ergab sich folgende Situation:

  1. Bei gleicher Anfrage konnte uns Gussek Haus das günstigste Angebot machen, dicht gefolgt von Hanse Haus. SchwörerHaus war deutlich teurer. Der Verweis auf eine höhere Qualität der Ausstattung war für uns nachrangig, denn die bei Gussek gezeigten Materialien entsprachen absolut unseren Ansprüchen. Hinzu kam außerdem, dass trotz vorgegebener Fernwärmeanbindung durch die Stadt, sich die Heizung bzw. Lüftungsanlage bei Schwörer nur zu einem geringen Teil aus dem Angebot nehmen lässt. Hier fehlte uns die Flexibilität.
  2. Was die Bauzeit betrifft, so lag Gussek Haus mit seiner Angabe von 8 Monaten ab Vertragsunterschrift deutlich vor den beiden anderen Anbietern, die mit 11-14 Monaten rechneten.
  3. Optisch gefällt uns eine echte Klinkerfassade deutlich besser als Riemchen. Außerdem ist sie schalldämmender und langlebiger. Auch dieser Punkt, wenngleich von nachrangiger Bedeutung von uns, sprach also eindeutig für Gussek Haus.

Damit war die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Trotzdem fanden wir es natürlich großartig zu hören, wie zufrieden Freunde von uns mit dem Bau des Hauses durch Gussek gewesen sind und auch nach 7 Jahren immer noch sind. Die regionale Nähe der Firma Gussek ist dabei ein nettes Bonbon: Einige Abläufe, z.B. die Bemusterung werden für uns so unkomplizierter und wir unterstützen die regionale Wirtschaft.

 

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Literatur

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