Fußboden im Landhausstil: Holzfußboden

Der Landhausstil hat sich in den letzten Jahren beim Thema Bauen & Wohnen als einer der führenden Stile etabliert. Beliebte Materialien sind Holz und Rattan, Stein, Keramik und Ton, aber auch Baumwolle, Leinen und Leder. Angefangen beim Haustyp, über den Fußbodenbelag bis hin zur Waschbeckenarmatur steht bei diesem Stil stets die Natürlichkeit der Grundstoffe und die Einfachheit der Gestaltung im Vordergrund. Was also wäre ein Landhaus ohne Holzfußboden?

Vorteile von Holzfußböden

Holzfußböden haben zahlreiche Vorteile, die sich in vier Kategorien einteilen lassen: Ambiente, Gesundheit, Haltbarkeit und Ökologie.

 

Mehr Behaglichkeit in deinem Zuhause

Sicherlich weckt ein Holzfußboden bei vielen von uns nostalgische Gefühle an die eigene Kindheit. Aber auch allen anderen vermittelt sein bloßer Anblick ein Gefühl von Natürlichkeit und Wohlbehagen. Selbst ohne Fußbodenheizung kannst du auf ihm problemlos barfuß laufen, da er die Wärme nicht so schnell ableitet wie z.B. Fließen oder Stein. Außerdem dämmt er die Akustik und verhindert so unangenehmes Hallen (Luftschall) genauso wie eine übermäßige Geräuschentwicklung.

 

Gesünder durch ein besseres Raumklima

Holz arbeitet! Je nach Zimmertemperatur und Luftfeuchtigkeit dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen, gibt Feuchtigkeit ab oder nimmt sie auf und funktioniert so als ganz natürliche Klimaanlage. Besser noch: Schadstoffe, wie z.B. Zigarettenrauch können dort aus der Luft ganz einfach absorbiert werden. Damit hat ein Holzfußboden also nicht nur einen positiven Effekt auf das psychische Wohlbefinden, sondern auch auf die Gesundheit der Atemwege.

Apropos Atemwege! Ein Holzfußboden hat keine statische Aufladung, so dass die Staubbildung an sich geringer als bei anderen Böden ausfällt. Darüber hinaus lässt er sich ganz einfach und gründlich von Schmutz und Staub reinigen. Bakterien und Mikroorganismen überleben hier im Gegensatz zu Teppich- und Kunststoffböden nicht lange.

 

Für Generationen gemacht

Ein Holzboden sieht auch nach Jahren noch schön aus. Für den Liebhaber gehören Kratzer und Macken dazu und lassen den Belag lediglich noch rustikaler und natürlicher wirken. Wer es hingegen lieber wie neu hat, schleift die oberste Holzschicht einfach ab und lackiert, wachst oder ölt nach. Je nach Dicke des Holzes lässt sich dieser Vorgang sogar einige Male wiederholen und der Boden über Generationen nutzen.

 

Ökologisch einwandfrei

Vorausgesetzt das verwendete Holz stammt aus bekannten und legalen Quellen, handelt es sich bei einem Holzfußboden um einen äußerst umweltfreundlichen Fußbodenbelag. Erstens bindet der Rohstoff das in der Luft vorhandene CO² und sorgt so für ein besseres Erdklima. Zweitens wird für die Weiterverarbeitung des Rohstoffs zum fertigen Belag wesentlich weniger Energie als bei anderen Alternativen benötigt. Drittens muss in Deutschland für jeden gefällten Baum sofort ein neuer Baum gepflanzt werden. Dass diese Bedingung tatsächlich eingehalten wird, kannst du dir sicher sein, wenn du deinen Boden über kleine lokale Betriebe beziehst, die ihr Holz aus regionalen Sägewerken beziehen.

 

Holzfußboden eignet sich für jeden Raum!

Traditionell findest du einen Holzfußboden in der Stube bzw. im Wohnzimmer und in den Schlafzimmern. Aber tatsächlich eignet sich der Belag auch für Flur, Küche und Bad. Einzig und allein entscheidend dafür ist dann die richtige Holzart beziehungsweise deren entsprechende Behandlung.

Für stark genutzte Räume wie Eingangsbereich und Wohnzimmer empfehlen sich härtere und widerstandsfähigere Laubhölzer, die nicht so schnell abnutzen, allen voran die in Deutschland weit verbreitete Eiche. Insbesondere im Wohnzimmer wären aber auch Buche und Kirsche denkbar. Die Schlaf- und Kinderzimmer sowie die Flure hingegen können guten Gewissens mit weicheren Nadelhölzern ausgestattet werden, z.B. Fichte oder Kiefer. Diese Hölzer sind vor allem in den skandinavischen Ländern sehr beliebt und sind nicht nur weicher, sondern auch heller als die zuvor genannten.

In Räumen mit hoher Feuchtigkeit, vor allem Bädern, Küche und Eingangsbereich, muss auf eine gute Versiegelung geachtet werden, damit kein Wasser ins Holz eindringt und dieses aufquellen lässt. Oder du greifst auf ein Tropenholz zurück, dass per se wasserresistenter ist.

 

Holzfußboden ist nicht gleich Holzfußboden

Abgesehen von der Holzart können Holzfußböden auch im Typ variieren. Im Grunde lassen sich dabei fünf Typen unterscheiden: Laminat, Fertigparkett, Massivparkett, Massivholzdiele und technische Holzdiele.

 

Laminat – der unechte Holzboden

Bei Laminat handelt es sich vereinfacht um ein mehrschichtiges Produkt, das aus einer hölzernen Trägerplatte, in der Regel MDF, einem auf Papier aufgedruckten, einlaminierten Holzdekor und einem Gegenzugpapier unter der MDF besteht. In der Regel wird es als Klick Laminat verkauft und kann auch von Laien einfach und schnell verlegt werden. Leider zieht es Staub geradezu magisch an und ist über die Fugen sehr wasserempfindlich. Die Lebensdauer beschränkt sich in der Regel auf 10 Jahre.

 

Günstig und gut verlegbar: das Fertigparkett

Dem Laminat relativ ähnlich, auch mehrschichtig und zusammenklickbar, ist das Fertigparkett. Allerdings bestehen bei diesem sowohl die Trägerplatte als auch die Nutzschicht und der Gegenzug aus Holz. Damit gilt Parkett im Gegensatz zu Laminat als viel natürlicher. Außerdem zieht es im Gegensatz zu diesem weniger Staub an und lässt sich obendrein eher feucht wischen. Nutzschichten, die dicker als 4 mm sind, lassen sich mindestens zweimal abschleifen und verlängern die Haltbarkeit dieses Fußbodens enorm.

 

Mehr Gestaltungsspielraum durch Massivparkett

Das ursprüngliche Parkett hingegen besteht aus einer Schicht massiver Holzstücke, die roh auf den Boden vernagelt oder verklebt, anschließend geschliffen und mit Lack, Harz oder Öl endbehandelt werden. Durch die flächige Versiegelung gibt es keine Fugen und der Boden ist wasserresistent. Die einzige Schicht ist gleichzeitig die Nutzschicht und kann bei Bedarf mehrfach abgeschliffen werden, was zu einer nochmal längeren Haltbarkeit des Bodens führt. Von Nachteil ist eventuell, dass das Verlegen wesentlich anspruchsvoller als bei den zuvor genannten Typen ist und von einem Profi durchgeführt werden muss. Gleichzeitig bedeutet das aber auch ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. Während du mit Laminat und Fertigparkett auf den Parallelverband, in der Regel Schiffsboden, beschränkt bist, sind beim Massivparkett auch Fischgrät-, Leiter- und Flechtboden gängig.

 

Massivholzdielen als Urform des Holzbodens

Die Urform des Holzbodens ist sicherlich ein Boden aus Massivholzdielen. Wie Massivparkett bestehen dieser aus nur einer Schicht Holz und hat eine Lebensdauer von über 150 Jahren. Dabei unterscheiden sich Dielen von Parkett eigentlich nur durch ihr großflächiges Format (min. 12 cm breit und 1,20 m lang) … und durch die Fugenbildung, die je nach Raumtemperatur und -feuchtigkeit unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Das Holz arbeitet hier mehr als bei den anderen Typen.

 

Leichter mit technischen Dielen

Ähnlich wie beim Parkett gibt es bei Dielen neben der Massivholzvariante auch eine technische Variante mit mehrschichtigem Aufbau aus Trägerplatte, Nutzschicht und Gegenzug. Insbesondere die so genannten und beliebten Landhausdielen sind vom Prinzip her oftmals technische Dielen. Neben Preis und besserer Verlegbarkeit ist auch das im Vergleich zur Massivholzdiele leichtere Gewicht (60-80%) ein nicht zu vernachlässigendes Kaufkriterium – vor allem bei Verwendung in Obergeschossen.

 

Nachteile von Holzfußböden lassen sich minimieren

Neben den zahlreichen Vorteilen eines Holzfußbodens gibt es natürlich auch Nachteile, derer du dir vor deiner Kaufentscheidung bewusst sein solltest. Die Fugenbildung wurde oben bereits erwähnt und kann je nach Einstellung einen Nachteil darstellen. Darüber hinaus sorgen auch die Kombination mit einer Fußbodenheizung sowie die Schallübertragung oft für weiteren Missmut.

 

4 Tipps für die Kombination mit einer Fußbodenheizung

Ein Holzfußboden ist sicher nicht der optimale Fußboden für die Kombination mit einer Fußbodenheizung, handelt es sich bei Holz doch eigentlich um einen Dämmstoff. Fließen und Steinböden leiten die Wärme wesentlich besser. Nichtsdestotrotz musst du auf den Holzfußboden nicht verzichten, wenn du einige wichtige Punkte von vornerein beachtest:

  1. Die Leitfähigkeit von hartem Holz übersteigt die von weichem Holz um bis zu 30%. Eiche und Birke gelten darum als die beste Wahl bei der Holzart.
  2. Während Laminat einen verhältnismäßig geringen Wärmedurchlasswiderstand hat, ist ein Heizen durch Holzdielen problematischer. Hier solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass der Widerstand kleiner als 0,15 m²K/W ist. Das ist bei einer technischen Diele oft eher gegeben als bei einer Massivholzdiele, weil sich deren einzelnen Schichten gegeneinander sperren und so eine Ausdehnung des Holzes verhindern.
  3. Wichtig ist, dass das Holz vor dem Verlegen optimal getrocknet worden ist. Außerdem sollte es von unten durch eine Dampfsperre vor neuer Feuchtigkeit geschützt werden.
  4. Unabhängig vom Typ des Holzfußbodens ist ein Verkleben dem Verklicken vorzuziehen. Die bessere unmittelbare Befestigung auf dem Estrich verringert das Arbeiten des Holzes und dadurch entstehende zusätzliche Lufträume.

 

Schall und Hall

Der dritte Schwachpunkt von Holzfußböden ist die Schallübertragung. Der Boden knarzt. Das stört nicht jeden. Wer das authentische Geräusch allerdings nicht mag, kann es ganz leicht umgehen. Eine entkoppelte Unterdecke oder eine Trittschalldämmung verringern die Geräusche enorm.

 

Fazit: Alles eine Frage der Einstellung

Holzfußböden können äußerst vielfältig sein und beschränken sich damit keinesfalls auf den Landhausstil.  Ob rustikal oder edel – entscheidend dafür sind die Wahl der Holzart sowie des Holzfußbodentyps. Die zahlreichen Vorteile eines Holzfußbodens sind je nachdem unterschiedlich ausgeprägt, überwiegen aber stets die damit verbundenen Nachteile. Diese sind oft eine Frage der Einstellung und können durch eine vorausschauende Planung eigentlich immer zumindest ausreichend abgemildert werden.

 

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Literatur


 

Fußboden im Landhausstil Holzfußboden

Fußboden im Landhausstil Holzfußboden

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