Bauen mit Gussek Haus* – Phase 4: Der Innenausbau: Chaos im Bauplan

gestrichene Küche mit Unterbauspots
gestrichene Küche mit Unterbauspots (c) Roman Safreider

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Es geht los mit dem Innenausbau!!! Bei diesem arbeitet Gussek Haus* in vielen Bereichen, nämlich Sanitär, Heizung und Elektro, Spachtelung, Estrich, Fliesen und Verblendung mit externen Dienstleistern zusammen. In der Regel handelt es sich bei denen um jahrelange, oftmals ausschließliche Partner. Nur bei hoher Auftragslage oder großer Dringlichkeit versucht das Unternehmen, zusätzlich lokale Handwerker zu kaufen.

 

September 2019

19./20.09.2019: Heizung/Sanitär und Elektro Vorinstallation Takt 1

Durch Planverschiebungen auf einer anderen Baustelle können bei uns jetzt schon die Sanitär- und Elektroarbeiten beginnen.

Wasser und Abwasser

Wasserleitungen im Badezimmer 1. OG (c) Roman Safreider

Im Rahmen der Sanitär Vorinstallation verlegt Gussek Haus* innerhalb von nur 2 Tagen die Wasserleitungen vom Hauswirtschaftsraum ausgehend in alle Etagen, wobei diese auf dem Boden durch Verklammern fixiert werden. Die Abwasserleitungen werden angeschlossen und die Leitungen der Fußbodenheizung werden zu den drei Verteilerkästen geführt. Hier gibt es dann eine ordentliche Beschriftung, an der wir uns später jederzeit ganz leicht orientieren können.

Verteiler Heizung und Wasser

Verteilerkasten im DG (c) Roman Safreider

 

Parallel erfolgt die Elektro Vorinstallation, in deren Rahmen alle Kabel zusammengesteckt sowie der Zählerschrank aufgehangen und angeschlossen wird. Die ordentliche Beschriftung der Sicherungen gehört selbstverständlich dazu. Anschließend wird mit Hilfe des Baustroms die Funktion der Klingel sowie jeder einzelnen Steckdose und jedes einzelnen Licht- und Rolladenschalters geprüft. Aufgrund dieser Vorbereitungen kann Gussek Haus* nun beim örtlichen Versorger unseren Hausanschluss und Zähler anfordern, den wir vor ca. 10 Wochen dort bestellt haben.

Versorgerrohre und Mehrsparte

Hausanschluss an die Versorger (c) Roman Safreider

Das praktische in Münster: bei entsprechender Vollmacht zum Datenaustausch können sämtliche Versorgeranschlüsse (Strom, Wasser, Fernwärme und Internet)  von der münsternetz organisiert und koordiniert werden – obwohl die Wasserversorgung eigentlich über die Stadtwerke, die Fernwärme über die Westfälische Fernwärme und das Internet über die Telekom bezogen wird. So erscheint am 25.9.2019 die Firma Rhode Tiefbau und legt die bereits verlegten Versorgerrohre auf der Straße vor unserem zukünftigen Haus frei. In einem etwa 2x3m-großen Bauloch werden diese in den nächsten beiden Wochen nach und nach über die Mehrsparte in unser Haus geführt. Um den teuren Baustrom möglichst schnell abbestellen zu können, beginnen die Handwerker mit dem Strom. Dieser wird von münsternetz im Verteilerkasten verplombt und mit einem Zähler versehen, der dann wiederum von Gussek Haus* in Betrieb genommen wird. Es folgen der Anschluss von Wasser und Fernwärme sowie vier Leerrohre für Glasfaserkabel der potenziellen Anbieter. Die Glasfaser selbst wird wohl erst später vom bestellten Anbieter hierein gepustet und die Baugrube vor dem Haus kann wieder verschlossen, verdichtet und mit Fahrbahndecke versehen werden.

 

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Aus unserer persönlichen Erfahrung können wir das Bauen mit Gussek Haus nur wärmstens empfehlen. Interessiert an weiteren Informationen? Dann bestelle hier kostenlos und unverbindlich dein persönliches Informationspaket und profitiere nach der Rohbaumontage von einer exklusiven Prämie in Höhe von 500 €.*

 

23.-26.09.2019: Spachtelarbeiten

Als ich heute Morgen an der Baustelle vorbeifahre, bin ich ganz überrascht. Wider alle Erwartungen scheint hier heute jemand zu werkeln: Ein Trockenbauer der Firma Stein aus Nordhorn, der wohl schon lange für Gussek Haus* als externer Dienstleister arbeitet, hat mit den Spachtelarbeiten begonnen. Das bedeutet im Detail, dass er zuerst einmal die Stoßfugen zwischen den Holzwänden mit einem isolierenden Strukturband verbindet und anschließend mit einem schnell angerührten Fertigspachtel auffüllt. Nach dessen Trocknung werden die entsprechenden Stellen nochmal großflächig und ordentlich überspachtelt, so dass die Wände eine glattere Fläche erhalten. Das entspricht der von uns gewählten Qualitätsstufe 2 von 4, die sich für ein Übertapezieren mit Raufaser oder für Fliesen eignet.

Nach 4 Tagen sind die Arbeiten im Erdgeschoss und auch in den Bädern der oberen Stockwerke abgeschlossen. Unser Spachtler muss zu einer Baustelle in Süddeutschland. Die weiteren Arbeiten verschieben sich leider erst einmal. Aber zumindest ist der aktuelle Stand schon ausreichend für die Estrichverlegung, so dass es zu keinem generellen Baustopp kommen muss.

Ein für uns wichtiger Hinweis ist noch, dass wir trotzdem alle Wände noch einmal grob abschleifen werden müssen, um feinere Unebenheiten zu entfernen. Nur so haftet die Raufaser anschließend auch langfristig und gut. Um die dadurch bedingten Staubablagerungen im Haus möglichst gering zu halten, wird uns für diese Arbeit eine so genannte Staubgiraffe dringend empfohlen. Für das Anbringen von Vliestapeten müssten wir außerdem noch einen Tapetengrund aufrollen. Dessen weiße Farbe würde dann den Unterschied zwischen hellem Spachtel und dunklerem Gipskarton assimilieren, der ansonsten durch diese dünne Tapete durchscheinen würde. Alternativ hätten wir natürlich auch eine bessere und teurere Qualitätsstufe wählen können, bei der die Wände noch mal durchgehend und farblich einheitlich verputzt worden wären.

 

Oktober 2019

08.-11.10.2019 Fußbodenheizung und Estrich

Nach einer Pausenwoche geht es weiter mit dem Innenausbau. Nun steht die Verlegung der Fußbodenheizung an, die von der Firma Profi Heiztechnik durchgeführt wird.  Man glaubt es kaum: In weniger als zwei Tagen ist der Boden im ganzen Haus zunächst mit mehreren Zentimetern dicken Styroporplatten und dann mit Spezialfolie ausgelegt. Darüber schlängeln sich die Heizschläuche durch die einzelnen Zimmer, je nach Heizbedarf in mehr oder weniger Schleifen. An den Wänden entlang wir durch ein Styroporband die notwendige Dehnungsfuge vorbereitet und die Höhe des Estrichs markiert.

Der wird auch direkt am nächsten Tag schon über einen langen Schlauch in unser Haus gepumpt. Die Arbeit – Mischen der einzelnen Bestandteile und Einfüllen in die Pumpe – erscheint zumindest von außen relativ monoton und ist nach wiederum nur zwei Tagen abgeschlossen. Nach drei weiteren Tagen soll der Estrich, ein sogenannter Retanol® Estrich ausgehärtet und problemlos begehbar sein. Dafür ist eine niedrige Luftfeuchte notwendig und es muss bis zu viermal täglich stoßgelüftet werden. Hätten wir schon eine funktionierende Heizanlage könnten wir auch direkt schon mit dem Aufheizen beginnen. Haben wir aber nicht. Für die stichprobenhafte Messung der Restfeuchte, wie sie z.B. vor dem Verlegen der Bodenbeläge unbedingt empfohlen wird, ist in jedem Raum ein CM-Messpunkt eingebaut. So wird garantiert, dass bei der Messung keine Heizschläuche beschädigt werden.

 

14.-24.10.2019 Fliesen

Die Kombination des besonderen Retanol® Estrichs und des von Gussek Haus* eingesetzten Fliesenklebers erfordert, dass das Verlegen der Fliesen relativ zeitnah erfolgt. Dies betrifft in unserem Fall den Hauswirtschaftsraum, das Gäste-WC und die beiden Bäder. Der Fliesenleger kommt von der Firma Stranghöner aus Nordhorn, die bereits seit 30 Jahren für Gussek* arbeitet. Zu seinen Vorbereitungen gehören ein selbstgebauter Lastenzug, mit dem er die schweren Fliesen in die oberen Geschosse ziehen kann, sowie das Grundieren der Wände in den Duschbereichen. Bei der Grundierung handelt es sich um eine Art schwarze, raue Isolierfarbe, die verhindern soll, dass eventuell durch die Fugen tretende Feuchtigkeit in die darunterliegende Wand gelangt. Anschließend beginnt er mit dem Verfliesen der Böden, dann der Wände. Auf seinen Rat hin drehen wir die Verlegerichtung noch mal parallel zur Zimmertür, damit der Viertelverband besser sichtbar wird. Außerdem vereinbaren wir mit ihm, dass er im Hauswirtschaftsraum das aus dem Boden schauende Rohr für die Photovoltaik-Vorbereitung absägt und überfliest. So haben wir erstmal kein unnötiges Loch in unserem Boden und ein Foto mit Maßangaben wird uns helfen, das Rohr bei Bedarf wiederzufinden. Nach dem Verfugen aller Fliesen bringt der Fliesenleger für einen harmonischeren Übergang noch Eckleisten an.

Boden- und Wandfliesen

gefliestes Bad im 2. OG (c) Roman Safreider

 

Für uns wichtig waren schließlich noch zwei Tipps:

  1. Die Duschen sollten zeitnah mit einem Duschvorhang oder einer Duschtür nachgerüstet werden, damit kein Spritzwasser auf die davorliegenden nicht-isolierten Wände trifft.
  2. Bei Bohrungen im Duschbereich ist besondere Vorsicht geboten, damit die darunterliegende Isolierung nicht beschädigt wird. So ist unbedingt ein Fliesenbohrer zu verwenden und die Schraube darf erst nach vorheriger Silikonisolierung des zuvor gebohrten Loches vorsichtig eingeschraubt werden.

 

14.-16.10.2019 Letzte Spachtelarbeiten

Wie oben erwähnt ist unser Spachtler im September auf eine andere Baustelle beordert worden und hat die Arbeiten in unserem Haus darum noch nicht fertiggestellt. Das soll sich ändern. Jetzt sind also das noch ausstehende 1. und 2. Obergeschoss an der Reihe.

Von den ursprünglich geplanten Metallleisten zur Verkleidung der Ecken rät er uns übrigens ab. Während sie im normalen Alltag die Ecken gut vor Beschädigungen schützen, vermögen sie wildem Kinderspiel oftmals nicht standzuhalten. Dann aber wird die Wand durch das verbogene Blech viel stärker beschädigt als dies anders der Fall wäre. Statt einem kurzen Ausbessern der betroffenen Ecke stünde dann eine aufwändige Reparatur der beiden angrenzenden Wände an.

Ein weiterer Tipp betrifft unsere bauseits geplanten Malerarbeiten. So zeigen zahlreiche YouTube-Videos, wie man Vliestapete schneller und sauberer verlegen kann, indem man diese über Zimmerecken hinweg anlegt und anschließend überstehende Teile mit einem Cuttermesser abschneidet. Laut unserem Spachtler wird dabei allerdings nicht beachtet, dass so regelmäßig das darunterliegende Strukturband ebenfalls eingeschnitten wird. Das Haus ist damit nicht mehr richtig wärmeisoliert. Besser ist es also, die Tapete direkt in der Ecke anzulegen und gegebenenfalls mit einer Schere statt einem Cutter zu arbeiten.

 

25.10.-04.11.2019 Malerarbeiten

Jetzt, wo Spachtler und Fliesenleger mit ihren Arbeiten durch sind und der Estrich halbwegs trocken ist, dürfen wir mit unseren eigenen Arbeiten im Haus starten. Das sind als erstes die Malerarbeiten. Dafür unterschreiben wir eine Freizeichnungsvereinbarung, mit der wir erklären, dass wir Gussek Haus* von jeglicher Gewährleistung an unseren Arbeiten sowie im Schadensfall von Regressionsansprüchen an denselben freisprechen.

Wir haben uns, wie oben bereits erwähnt, für die Qualitätsstufe 2 entschieden und müssen darum erst noch ein paar Vorarbeiten leisten, bevor wir mit dem Tapezieren beginnen können.

In den kommenden 3 Tagen ist Roman damit beschäftigt, die Versorgerdosen zu dokumentieren und zuzuspachteln sowie sämtliche Decken und Wände im Haus abzuschleifen. Dabei steigt er nach einem Tag Handschleifen schnell auf eine so genannte Schleifgiraffe um, die er bei der Firma Zeppelin übers Wochenende zu einem sehr günstigen Preis ausleiht. Es handelt sich dabei um einen etwa 25 cm-großen Rundschleifer mit 100er Schleifpapier, der an einen Industriestaubsauger angeschlossen wird. Der Vorteil der Schleifgiraffe ist, dass das Schleifen an sich wesentlich schneller ist und vor allem weniger Staub entsteht. Das ist besser für die Lungen und auch für die Fugen, wo sich der Staub besonders gerne unwiderruflich festsetzt. Der Nachteil der Schleifgiraffe hingegen ist, dass sie sehr schwer ist und ein Transport in die oberen Geschosse sich recht schwierig gestaltet.

 

Dank der sauberen Spachtelareiten und der Schleifgiraffe haben wir nach nur einem Durchgang bereits spiegelglatte Wände, genauso, wie sie für das Kleben von Vliestapete erforderlich sind.

Während ich alles abklebe, beginnt Roman mit den Deckenarbeiten, bei denen wir uns übrigens gegen ein Tapezieren entschieden haben. Diese streicht er zunächst mit einem Acryltiefengrund. Dieser soll einerseits die Farbunterschiede zwischen Rigips und Spachtel ausgleichen, andererseits aber auch die Saugfähigkeit der unterschiedlichen Materialien assimilieren. Nach dem Trocknen und einem Farbanstrich mit Alpina Weiß zeigt sich, dass ein einziger Farbanstrich leider nicht ausreichend ist. Glücklicherweise ergibt eine Internetrecherche in verschiedensten Fachforen, dass sich Grundierung und erster Farbanstrich zusammenfassen lassen, wenn man Tiefengrund und (eine mittelteure) Farbe im Verhältnis 1:10 miteinander mischt.  So würden wir trotz zweitem Farbanstrich letztlich doch mit zwei Durchgängen auskommen kann. Gleichzeitig wird die Farbe durch das Mischen etwas dünner und lässt sich dadurch auch einfacher auftragen.

 

:

 

Apropos leichterer Farbauftrag:

  1. Das Mischen von Tiefengrund und Farbe erledigst du am besten mit einem Rührstab für den Akkuschrauber. Das ist weniger anstrengend und ergibt ein deutlich besseres Ergebnis.
  2. Wir sind schnell auf eine etwas teurere Lammfellrolle umgestiegen, da diese die Farbe viel besser aufnimmt und wieder abgibt. Die Investition lohnt sich auf jeden Fall!
  3. Begeistert von der guten Farbkonsistenz haben wir uns entschieden, die Farbe auch im zweiten Durchgang zu verdünnen. Dafür haben wir Alpina Weiß mit Wasser gemischt. Unser Lieblingsverhältnis ist 10:6. So ist die Farbe sehr gut streichbar und trotzdem perfekt deckend. Insgesamt haben wir jetzt richtig schöne Decken und uns entschieden, dieses Vorgehen auch für die Wände zu übernehmen. Das Tapezieren verschieben wir erst einmal auf einen späteren Zeitpunkt, wenn sich das Haus komplett gesetzt hat. Bis dahin leben wir gerne mit etwaigen Haarrissen, vor denen uns Gussek Haus* bei unserem Vorgehen gewarnt hat.

Insgesamt haben wir zu zweit pro Geschoss jeweils einen Tag fürs Grundieren und einen Tag fürs Streichen benötigt. Das obere Treppenhaus steht noch aus. Hier warten wir auf die Treppenmontage, um die entsprechenden Wände und Decken überhaupt erreichen zu können. Aber jetzt haben wir erstmal eine Verschnaufpause.

 

November 2019

05./06.11.2019: Sanitär und Elektro Vorinstallation Takt 2

Die Elektroarbeiten beschränken sich hauptsächlich auf kosmetische Arbeiten wie das Anbringen der Blenden auf Schaltern und Steckdosen oder das Verschließen der Verteilerkästen. Zum Schluss werden noch die Rollos und Thermostate getestet – und das wars auch schon.

 

Sanitär Takt 2

Bad im 1. OG (c) Roman Safreider

Im Rahmen der Sanitärarbeiten werden erst einmal alle Waschbecken, Armaturen und Toiletten montiert. Außerdem besorgt Gussek Haus* bei den Stadtwerken unseren Wasserzähler und baut diesen ein. Anschließend wird auch im Sanitärbereich alles durchgetestet, was leider zu einem Wasserschaden führt. Wie es scheint, ist der Trocknerabfluss nicht dicht gewesen und das Abwasser in die Wand und im Erdgeschoss aus der Decke gelaufen. Gut, dass es sich nur um eine kleine Testmenge handelt, aber leider muss unsere Decke trotzdem 40×40 cm groß ausgesägt werden, um das betroffene Rohr reparieren zu können. Danach sind WC und Bäder vollständig funktionsfähig. Die Decke bleibt erst einmal offen, um besser trocknen zu können, und soll später von den Schreinern repariert werden. Anschließend müssen wir wohl oder übel auch noch mal streichen. Soviel zum Thema Freizeichnung 😉

Wasserschaden in der Decke

geöffnete Decke (c) Roman Safreider

 

18./19.11.2019: Treppe und Zimmertüren

Die Schreiner kommen zu zweit und bauen innerhalb von zwei Tagen Treppe und Türen ein. Außerdem übernehmen sie wie gesagt noch die Silikonfugen in den Bädern und versiegeln uns auf Nachfrage auch Toiletten und Waschbecken zur Wand hin. Sie sind stets das letzte Gewerk im Gussek*-Innenausbau. Anders wäre zumindest die Treppe am Ende der Bauarbeiten sicher nur noch halb so schön, wenn nicht gar beschädigt.

Gussek Treppe

unsere Podesttreppe aus Buche

Bei unserer Treppe handelt es sich um zwei halb gewendelte Podesttreppen. Die obere, vom ersten ins zweite Geschoss, wird zuerst eingebaut. Danach kann das provisorische Baupodest entfernt und die untere Treppe montiert werden. Interessant: Die Stufen liegen auf Metallstiften, die wiederum in die Außenelemente gebohrt sind. Dadurch gibt es keine direkten Holz-Holz-Verbindungen und somit auch kein Knarzen. Da können sich unsere Kinder später also nachts unbemerkt ins Haus zurückschleichen 😉 Außerdem lässt sich bei Bedarf jede einzelne Stufe ohne großen Aufwand tauschen. Die Arbeiten erfolgen zügig und akkurat. Der Abstand zum Estrich passt auf den Millimeter – muss er auch, damit der Bodenbelag anschließend noch dazwischen passt.

Anders sieht das leider bei den Türzargen aus. Die sitzen 2 bis 5 mm zu tief und müssen vom Bodenverleger (Firma Börger*) noch mal angepasst werden. Glücklicherweise übernimmt Gussek* die damit verbundenen Zusatzkosten. Doch dazu mehr im Rahmen der Abnahme am 6. Dezember.

 

Dezember 2019

02./03.12.2019: Heizung

Bevor die Böden verlegt werden können, muss der Estrich ausreichend trocken sein. Unser Industrieheizer hat das Haus in den letzten Wochen zwar deutlich wärmer und auch trockener gemacht. Die CM-Punkt-Messung im Estrich ergibt allerdings, dass die Restfeuchte immer noch zu hoch ist, d.h. über 1,8% liegt. Darum sind wir froh, als unser Heizungsbauer (Firma Winter*) mitteilt, dass die Hauszentrale endlich geliefert worden ist und die Übergabestation für die Fernwärme nun eingebaut werden kann. Hierüber wird die bereits installierte Leitung der Westfälischen Fernwärme* mit unserer von Gussek Haus* ebenfalls bereits installierten Fußbodenheizung verbunden. Alle offenen Leitungen werden anschließend gegen Wärmeverlust und zum Schutz vor Verbrennungen noch isoliert. Außerdem wird der Warmwasserspeicher installiert. Hier haben wir uns für ein Volumen von 180 Litern entschieden, der bei 6 Personen ausreichend sein sollte, vorausgesetzt wir duschen nicht alle unmittelbar nacheinander. Einmal leer, dauert es etwa 2 Stunden bis er wieder aufgefüllt ist, aber ein noch größerer Tank wäre in unserem kleinen Technikraum nicht mehr unterzubringen gewesen. Nach 1,5 Tagen sind die Arbeiten erledigt und nach nur einer Woche ist die Restfeuchte um 1% gesunken und liegt nun unter dem erforderlichen Richtwert für das Verlegen der Holzdielen bzw. des Parketts.

 

06.-19.12.2019: Massivholzdielen und Parkett

Als allerletztes kommt der Boden. Wir haben uns im Erdgeschoss unseren Traum von Massivholzdielen erfüllt und in den beiden anderen Etagen für ein günstigeres Parkett entschieden. Über die Vor- und Nachteile dieser Bodenbeläge kannst du dich hier genauer informieren. Beide Beläge bestehen bei uns aus Natureiche, die in Deutschland für den ursprünglichen Landhausstil steht und sich außerdem für die Kombination mit Fußbodenheizung besonders gut eignet. Sie ist feuchtigkeitskompensierend und formstabil, wobei einem Verziehen der Bretter zusätzlich noch durch ihr Verkleben entgegengewirkt wird. Ein weiterer Vorteil von Natureiche im Gegensatz zu eingefärbten Hölzern ist, dass sie sich auch für den stärker beanspruchten Eingangs- und Küchenbereich eignet. Abnutzungen sind weniger offensichtlich und ein Abschleifen ist ohne späteren Farbunterschied machbar. Durch die Wahl einer rustikalen Maserung mit Wurmloch bleiben wir unterm Strich übrigens günstiger als mit einem Fliesenboden von Gussek*.

Bereits bei der Bemusterung im Juni 2019 ist aufgefallen, dass die Dielen für die von Gussek* vorgegebene Fußboden-Aufbauhöhe von 15 mm zu dick sind. Glücklicherweise hat die Firma Börger*, bei der wir Boden und Verlegearbeiten eingekauft haben, daraufhin direkt angeboten, die eigentlich 20 mm dicken Dielen kostenfrei zu hobeln. Das nur 10 mm dicke Parkett passt ja sowieso.

10 Tage vor dem eigentlichen Termin gibt es dann durch Börger* eine elektronische Feuchtigkeitsmessung an den CM-Punkten, die ergibt, dass der Estrich für das Verlegen der Böden noch zu feucht ist. Da die Heizung just angeschlossen wird, erreichen wir aber trotz des kurzen Zeitfensters noch rechtzeitig ein akzeptables Ergebnis.

Parkettkleber

Parkett – Kleberauftrag

Das Parkett will Roman nicht zuletzt aus Kostengründen (Stichpunkt Eigenkapital) selbst verlegen und lässt sich dafür 1 Tag lang von Börger* coachen. Gleichzeitig verlegen die zwei Mitarbeiter die Böden in den zentralen und wegen der vielen Ecken rund um die Türen komplizierteren Dielen. Die Zimmer hingegen sind rechteckig und ohne Ausschnitte auch für Anfänger gut machbar.

Das Schwierigste und anstrengendste ist das Verteilen des doch sehr zähen Klebers. Nach dem schwunglinienförmigen Auftrag auf dem Estrich bleiben nämlich nur 3-4 Minuten bis zum Anbringen der Bretter und nur ein Versuch. Da es sich außerdem anbietet, stets drei Bahnen auf einmal zu verlegen, müssen Brettwahl, Messung und Schnitt der Endstücke also vorher erfolgen. Dafür eignet sich übrigens am besten eine Kombination von Kappsäge und Tischkreissäge
, obwohl die kurzen Schnitte notfalls auch mit einer Stichsäge gemacht werden können. Nach drei Tagen haben wir auf beiden Etagen eine jeweils komplett zusammenhängende Parkettfläche und sind begeistert. Bis zu einer Länge von 10 m kann das Parkett tatsächlich über Raum- und Estrichgrenzen hinweg stufenfrei verlegt werden. Übergänge haben wir jetzt lediglich zu den gefliesten Bädern und die sind mit einem Korkstreifen ausgeglichen und versiegelt worden.

   

Im zweiten Schritt werden die Böden dann mit einem Tellerschleifer leicht angeschliffen. Das Gerät dürfen wir kostenlos von Börger* leihen. Und in einem letzten Schritt werden dann noch Schmutz und Staub ordentlich abgesaugt, bevor Roman die Böden mit einem speziellen Hartwachsöl von Osmo* einölen kann. Dieses gibt dem Boden Glanz und schützt vor Abnutzung und Wasser.

unser Boden vor und nach dem ölen

finale Fußbodenarbeiten: Auftrag des Hartwachsöls

Tipps:

  • Über Nacht müssen die Endstücke unbedingt fixiert werden, damit die Bretter durch den Luftdruck nicht nach oben gedrückt werden.
  • Die Bretter dürfen aus Schallschutzgründen auf keinen Fall bis an die Wände gelegt werden.
  • Die Schleifmaschine ist nicht ganz leicht. Um Beschädigungen an den Wänden zu vermeiden, testest du den Umgang mit ihr am besten in der Zimmermitte.
  • In den Ecken lässt sich ein manuelles Schleifen nicht vermeiden.
  • Das Einölen sollte in einem einzigen Arbeitsgang erfolgen, so dass alle Flächen gleichmäßig werden.
  • Um bei der Arbeit nicht in bereits geölte Bereiche zu treten, solltest du an den Außenwänden beginnen und dich von dort ins Hausinnere vorarbeiten.
  • Ein Nachölen führt zwangsläufig zu Farbunterschieden.
  • Da sich das Haus noch setzt, sollten die Fußleisten frühestens nach einem Jahr angebracht werden.

 

unser Holzboden in Küche, Wohn-Essbereich und Diele

unsere Holzdielen im EG

Die Massivholzdielen lassen wir direkt von Börger* verlegen und nach 1,5 Tagen liegt auch der Boden im Erdgeschoss. Dabei zeigt sich leider, dass der Estrich in Bad und Hauswirtschaftsraum zu hoch gegossen worden sind, wodurch sich ein Höhenunterschied von 1,5 cm ergibt. Nach einem ersten Schreck kann der Unterschied letzten Endes durch einen vermehrten Kleberauftrag und damit verbundenes Anheben der angrenzenden Diele zum Teil ausgeglichen werden. Ein eingefügter Korkstreifen lässt die Stufe optisch sogar komplett verschwinden. Und auch im Alltag ist sie so gut wie nicht mehr merkbar.

Tipps:

  • Die Filzgleiter von Börger* erweisen sich bereits nach kurzer Zeit als ziemlich untauglich.
  • Auch Putzstab* und Wischbezüge* sind nichts Besonderes. Die kannst du also getrost aus deiner Bestellung streichen und auf deinen eigenen Bestand zurückgreifen.
  • Anders sieht das mit dem Pflegemittel Wisch-Fix* aus: Dieses wachst den Boden nach und lässt die meisten Kratzer wieder verschwinden. Absolut lohnenswert.
  • Allerdings haben die Börger*-Mitarbeiter der wöchentlichen Nutzung (laut Prospekt) abgeraten. Der Boden wird dadurch u.a. nämlich auch ziemlich rutschig. Wir sollen es zweimal jährlich verwenden und die Böden ansonsten mit mit ein wenig Spülmittel versetztem Wasser nebelfeucht wischen.
  • Weitere Pflegehinweise zum Thema Reinigung und Pflege findest du außerdem hier und in unserem Haus-Guru.

 

21.12.2019: Einzug in unser Traumhaus

Auf den Tag genau ein Jahr, nachdem wir erfahren haben, dass wir ein städtisches Grundstück erwerben können, ziehen wir in unser neues Heim.

 

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6 Antworten

  1. Bärbel sagt:

    Hallo Kirstin,schön zu lesen das es auch Häuser von Gussek gibt wo es klappt.Unser Haus wurde Ende Juni 2019 gestellt und ist immer noch nicht bezugfertig.Bauleiterabnahmen von Gewerken Fehlanzeige.Bei uns wurde auch von der Firma Stein verspachtelt in Q2,aber mit schleifen Tiefengrund Tapettengrund dann Vliestapette war nichts.Es sind Aus und Einbuchtungen da(Fugendeckstreifen waren nur aufgebracht nicht unterfüllt,,die Schrauben u Nägel waren eindeutig zusehen/uneben.Laut Bauleiter(ohne Vorort zusein)das ist Q2. Ein gutes Ergebis bekam man erst nach spachteln schleifen spachteln schleifen,was es heisst wenn Fugenstreifen nicht unterfüllt sind,sah man erst nach dem tapezieren u.streichen/Einbuchtungen .Das ist nur ein Teil des Ganzen,der Mitarbeiter der Firma Brehl hat so einiges an Fusch gemacht.Bei uns läuft schief was schief laufen kann.Heizung,PV,Blower door Test,CM Messung ,warmes Wasser,,Fenster, Abschleppung, Der Bauleiter war 3x auf der Baustelle 1.bevor die Bodenplatte gemacht wurde
    2.als die Bodenplatte fertig war 3.als das Haus gestellt warJuni 2019.Nach massiven beschwerden über Gussek kam der Oberbauleiter und unser Bauleiter im Nov 2019.Auf Ausbesserungen warten wir bis heute.
    Posetiv:der Trupp der das Haus gestellt hat, trotz 40 Grad da lief noch alles 🙂

    • kigorosa sagt:

      Liebe Bärbel,

      es tut mir leid, dass ihr so viele schlechte Erfahrungen gemacht habt, und das, wo wir doch zumindest teilweise mit den gleichen Firmen zu tun gehabt haben. Unser Bauleiter war wie gesagt auch nur selten vor Ort, aber die einzelnen Gewerke haben super selbständig und professionell gearbeitet. Da haben wir oft gedacht, dass die eben eine Marke repräsentieren müssen … Konntet ihr denn mittlerweile einziehen?

      Liebe Grüße
      Kirstin

  2. Bärbel sagt:

    Hallo Kirsten,
    ja, Ende Juni 2020, ein Jahr nach Hausstellung war die eingescränkte Abnahme und es dauert wieder bis der Rest gemacht wird. Eine Frage, was für Fenster habt Ihr?
    LG Bärbel

    • Kirstin sagt:

      Hallo Bärbel,

      verzeih die späte Antwort. Wir haben Holzfenster aus Kiefernholz und sind bis dato sehr zufrieden. Der Pflegeaufwand ist allerdings nicht zu vernachlässigen – zumindest nicht, wenn man so viele Sprossen wie wir hat. Für welche Fenster habt ihr euch entschieden? Könnt ihr die unseren anderen Lesern weiterempfehlen?

      Viele Grüße
      Kirstin

  3. Christian Hienzsch sagt:

    Hallo Kirsten,

    toller Bericht der Außen- und Innenmontagen!
    Wir haben in Bornheim bei Köln drei Wochen nach euch unser Gussek-Haus auch in Q2 aufbauen lassen und sind heute, 9 Monate nach Übergabe und Einzug sehr glücklich damit. Bis auf eine “Kleinigkeit”, von der Optik der Heizregler, die zu kaum einem Schaltersystem passen dürften, mal abgesehen: Uns fiel sofort auf, dass in unseren beiden Bädern gar keine Heizregler verbaut wurden. “Ja, das sei bei Gussek so”, kommentierte unser Bauleiter. “Sie regulieren die Fußbodenheizung in den Bädern nicht gesondert, sondern über die Temperatur des Hauptverteilers und passen dann in allen anderen Räumen, die ja einen Heizregler haben, die Temperatur nach oben oder unten an.” Wir waren schockiert, ließen das aber dummerweise so stehen, da wir nicht bedachten, dass die beiden Bäder (Familienbad und Gästebad) von uns ganz unterschiedlich beheizt werden möchten. Heute, am ersten Tag, der zumindest im Bad in Bornheim das Umschalten von “Sommerbetrieb” auf “Winter und Sommer” erfordert, fiel es uns wieder auf. Nun sehen wir auf euren Bildern in einem Bad einen Heizregler. War der unaufgefordert mit eingebaut worden oder hattet ihr diesen extra angefordert?

    Viele Grüße

    Alessandra & Christian

    • Kirstin sagt:

      Hallo ihr Beiden,

      bei uns waren die Heizregler kein Diskussionsthema. Die waren im sämtlichen Räumen, Heizungsraum natürlich ausgenommen, überall von Gussek eingeplant. Ich finde es auch durchaus sinnvoll, Schlafräume und Bäder getrennt zu regulieren. In ersterem habe ich es gerne eher kühl, im Bad aber gern warm bzw. im Gäste-WC kühl und im Wohn-Essbereich warm. Vielleicht lässt sich da ja noch was nachverhandeln? Viel Erfolg!

      Grüße
      Kirstin

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