Bauen mit Gussek Haus* – Phase 3: Von den Erdarbeiten zur Hausmontage

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Juli 2019: Vorbereitung

17.07.2019 Vororttermin mit unserem Bauleiter

Etwas verspätet, nämlich ca. fünf Wochen nach unserem Bemusterungstermin treffen wir zum ersten Mal unseren zukünftigen Bauleiter. Direkt am Grundstück besprechen wir noch einmal die notwendigen Erdarbeiten, die Baustelleneinrichtung mit Baustrom und Bauwasser (ab dem Zeitpunkt der Bodenplattenerrichtung) sowie die Baustellensicherung mit Straßenbarken (für die Hausmontage). Darüber hinaus informiert er uns, dass wir für die Aufstellung des Autokrans sowie für die parkenden Baustellenfahrzeuge eine Erlaubnis des Ordnungsamtes einholen müssen.

Dabei ist es gar nicht so einfach an Straßenbarken zu kommen – weder über das Bauamt noch über entsprechende Verleihfirmen. Wir beschränken uns darum auf den Kauf von mehreren Warndreiecken und hoffen, dass eine Baustellensicherung mit Straßenbarken in einem reinen Neubaugebiet unnötig ist.

 

Grobabsteckung unseres Grundstücks durch den Vermesser

Grobabsteckung unseres Grundstücks (c) Kirstin Gouverneur

23.07.2019 Grobabsteckung

Als Vorbereitung für die Erdarbeiten steckt unser Vermesser heute das Grundstück (rot) und die zukünftigen Gebäudeecken (grün) ab. Außerdem notiert er die Höhe der Kanaldeckel (gelb). Hier seht ihr die Absteckungsskizze.

Grobabsteckungsskizze

Grobabsteckungsskizze unseres Grundstücks (c) Drees & Hoersch GbR

 

25.07.2019 Baustrom in Auftrag

Das Besorgen von Baustrom und Bauwasser gehört bei Gussek* wie bereits erwähnt zu den bauseitigen Leistungen. Während Bauwasser recht unkompliziert und kurzfristig zu bekommen ist – man holt sich beim zukünftigen Versorger einfach Schlüssel und Standrohr ab, das man auf einen baustellennahen Hydranten setzt – gestaltet sich ein Baustromanschluss relativ schwierig. Für die Einrichtung benötigt man nämlich einen Zähler, einen Baustromkasten, Kupferkabel und vor allem einen Elektriker. Laut Zeitplan brauchen wir den Baustrom in spätestens drei Wochen. Das ist ganz schön kurzfristig und gestaltet sich als echtes Problem. Die meisten Elektriker sind derzeit in Urlaub oder bis zum Herbst ausgebucht. Verfügen sie doch noch über Personal, so fehlt gerade das nötige Material. Nach 20 Anfragen haben wir nur ein einziges Angebot und zwar von 6.000 €. Zugegeben, die Entfernung zum nächsten Stromkasten ist mit 100 m nicht gerade kurz und Kupferkabel sind teuer und halten oft nur für die Dauer von ein oder zwei Bauvorhaben. Außerdem benötigen wir dadurch wohl oder übel zwei Baustromkästen. Aber dieses Angebot ist der reine Wucher. Nach einigem Hin und Her bietet uns der Elektriker der gegenüberliegenden Baustelle die gleiche Leistung für 3.000 € an. Hätte ich rechtzeitig gewusst hätte, wann (nämlich 13 Wochen nach Bauantraggenehmigung) und wie lange (für ca. 2-3 Monate) wir den Baustrom benötigen, hätte ich mich frühzeitig darum kümmern und ein besseres Angebot aushandeln können. Aber in der jetzigen Situation sind 3.000 € eindeutig besser als 6.000 €.

Zählerkasten für Baustrom

unser Baustromkasten (c) Roman Safreider

 

29.-31.07.2019 Erdarbeiten

Leider ist der Münsteraner Boden von nicht allzuguter Qualität, so dass wir trotz eines ausreichend unterhalb der Straße liegenden Grundstücks erst einmal nicht nur den Mutterboden abtragen, sondern auch noch den Bauplatz ausheben müssen. Zumindest kann das anfallende Erdmaterial auf den Garten umgelagert und grob einplaniert werden. Eine Entsorgung und damit verbunden auch ein LAGA-Gutachten sind glücklicherweise nicht notwendig.

Abtragung von Mutterboden

Erdaushub (c) Roman Safreider

 

Der Bauplatz (Haus, Zufahrt und Terrasse) wiederum wird lagenweise mit Sand gefüllt und verdichtet. Dieser dient als Gründungspolster bzw. Unterbau. In einer Tiefe von 1,50 m wird ein Versickerungsschacht eingebaut.

Die Entwässerungsrohre werden in einem Graben verlegt und an die Kanalanschlussstutzen angeschlossen.

Verdichtung und Einbau des Versickerungsschachts

Einbau des Versickerungsschachts (c) Roman Safreider

 

Über der Sandschicht werden verschiedene Schotter als Sickerschicht eingebaut und ebenfalls verdichtet.

Was Erdarbeiten doch ausmachen. Besten Dank dafür an Herrn Beyer (GfB-Beyer mbH)! Nach nur 2,5 Tagen sieht unser Grundstück endlich nach Bauplatz aus und ist bereit für die Bodenplatte.

fertige Erdarbeiten

unser Grundstück nach Fertigstellung der Erdarbeiten (c) Roman Safreider

 

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August 2019: Baubeginn

05.08.2019 Baubeginnanzeige

Zwei Wochen vor Baubeginn müssen wir diesen beim Bauamt anzeigen. Die so genannte Baubeginnanzeige enthält unseren Namen und den unseres Bauleiters, die Angabe, was wo gebaut werden soll und die Information, wann es losgehen soll. Wir erhalten die ausgefüllte Anzeige auf Nachfrage von Gussek Haus*. Ansonsten bekommt man das Formular aber auch einfach beim Bauamt.

 

09.08.2019 Lastplattendruckverfahren in Ordnung

Eine Woche nach den Erdarbeiten erhalten wir das Ergebnis zweier Lastplattendruckversuche. Und das sieht so aus:

Prüfung der Erdarbeiten

Lastplattendruckversuche (c) IGC Geoconsult GmbH

 

11.08.2019 Begutachtung des Hausbaus in Auftrag

Wir sind uns lange nicht einig gewesen, inwiefern eine Bauüberwachung beim Bau eines Fertighauses sinnvoll ist.

Für eine solche spricht erstens, dass wir selbst Laien sind. Wir können die Arbeit von Gussek* als solche kaum bewerten und Mängel würden uns mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auffallen. Dafür brauchen wir einen Fachmann. Zweitens ist unser Bauleiter nur beschränkt Vertreter unserer Interessen, sondern in erster Linie Angestellter von Gussek*.

Dagegen spricht erstens, dass wohl die meisten Baufehler beim Kellerbau passieren. Wir aber bauen nur mit Bodenplatte. Zweitens haben wir bereits viele kritische Leistungen extern vergeben oder zumindest extern prüfen lassen. Dazu zählen insbesondere das Bodengutachten, die Statik, die Erdarbeiten und die Luftdichtigkeit. Drittens ist es für die übliche Prüfung anderer kritischer Punkte, wie z.B. des Kaufvertrags und der Bau- und Leistungsbeschreibung zum jetzigen Zeitpunkt bereits zu spät. Die regelmäßige Kontrolle des Baufortschritts ist viertens nur sehr beschränkt möglich, da die einzelnen Hausteile inklusive aller Türen, Fenster, Strom- und Wasserleitungen in der Fabrik gefertigt und auf der Baustelle in nur zwei Tagen zusammengebaut werden.

Nichts desto trotz bleibt noch die Endabnahme. Während alle Mängel, die bis zu diesem Zeitpunkt reklamiert werden, im Rahmen der Gewährleistung behoben werden müssen, lässt sich das gleiche für spätere Schäden nur schwer durchzusetzen.

Erkundigungen beim vpb und beim bsb hinsichtlich einer Bewertung bleiben vage oder gar unbeantwortet in der Begründung der Notwendigkeit eines Fachmanns. Die örtlichen Ansprechpartner sind wohl bezüglich Fertighausabnahmen geschult, über persönliche Erfahrung auf diesem Gebiet erhalte ich jedoch keine Auskunft. Und der Preis scheint sich nicht wesentlich von der Bauüberwachung eines Massivhauses zu unterscheiden, obwohl viele Bauphasen entfallen. Also fragen wir nach Erfahrungen im Bekanntenkreis und haben Glück. Ein Bekannter eines Arbeitskollegen ist Architekt, hat lange in der Schadensfallprüfung einer großen Versicherung gearbeitet und nebenbei viele private Bauvorhaben betreut und überwacht, darunter auch einige Fertighäuser. Außerdem bietet er seine Leistung angepasst auf unser Projekt und zu einem vernünftigen Preis an. Wir sind überzeugt und so haben wir pünktlich zur Montage noch jemanden für die Bauüberwachung und -abnahme gefunden.

 

19.08.2019 Feinabsteckung

Kurz bevor es losgeht, kommt unsere Vermesser noch mal vorbei und macht die Feinabsteckung. Das heißt, er steckt die Gebäudeaußenecken mit Pflock und Nagel ab. Hieran kann Gussek* später das Schnurgerüst aufstellen. Außerdem misst er die Höhen an der Oberkannte der nun fertigen Schotterschicht.

 

21./22.08.2019 Herstellung der Bodenplatte

Die Herstellung der Bodenplatte beginnt zunächst mit dem Aufstellen des Schnurgerüstes. Anschließend hebt ein Bagger an dessen Außenrand einen etwa 30 cm breiten und 80 cm tiefen Graben aus – das spätere Ringfundament. Gleichzeitig werden die Rohrleitungen planmäßig zusammengesteckt und eingesandet.

Bodenplatte und Fundament

(c) Roman Safreider

 

Hier sieht man den fertigen Graben, die darin integrierten Stahlbänder, die von uns beim Versorger abgeholte Mehrsparte für die späteren Hausanschlüsse und diverse eingesandete Leerrohrstutzen.

Mehrspartenanschluss und Leerrohrstutzen

(c) Roman Safreider

 

Nach der Fertigstellung des Ringfundaments wird dieses für die spätere Hausmontage abgeklebt. Im Bereich der Bodenplatte werden zunächst eine Dämmfolie und darüber Stahlmatten ausgelegt. Außerdem erkennt man eine umlaufende Begrenzung aus Styropor sowie Hohlzylinder aus Kunststoff, die beim Gießen der Bodenplatte ausgelassen werden, um an die Hausanschlüsse zu kommen.

fertiges Ringfundament

(c) Roman Safreider

 

Und so sieht unsere Bodenplatte aus. Zum Schutz vor zu schneller Trocknung während der momentanen Hitzeperiode und damit verbundener Rissbildung ist ein besonderer Schutzfilm aufgetragen.

unsere fertige Bodenplatte

(c) Roman Safreider

 

26.8. Fernwärmekontaktstation und Warmwasserspeicher in Auftrag

Wie bereits hier erwähnt, können wir in Münster die Fernwärmekontaktstation und den Warmwasserspeicher nicht über den Fernwärmelieferanten beziehen, sondern müssen ihn über einen Heizungsbauer bestellen und einrichten lassen. Bei der Fernwärmekontaktstation handelt es sich übrigens um eine Art Hauszentrale zur Regelung des Heizkreises, Wärmetauscher und Pumpe inklusive. Empfohlen wurden mir dafür folgende Hersteller: Samson, Ewer, Scherkl und Danfos*. Einrichten wiederum meint dann den Anschluss der Geräte an das Fernwärmenetz auf der einen und die von Gussek Haus* installierte Fußbodenheizung auf der anderen Seite. Meinen vier Angebotsanfragen füge ich neben der Bauadresse direkt Grundriss, benötigte Heizlast und Schalterschema/Datenblatt der Westfälischen Fernwärme bei und erhalte nach circa einem Monat nach und nach die Angebote. Das teuerste Angebot ist mit 15.000 Euro doppelt so teuer wie das günstigste. Die verschiedenen Preise ergeben sich dabei durch unterschiedliche Gerätetypen, unterschiedliche Preise beim gleichen Gerät, unterschiedliche Honorarsätze oder unterschiedliche Aufwandschätzungen. Wir entscheiden uns für den günstigsten Anbieter.

 

27.08.2019: Gerüstaufbau

Als ich an diesem Mittag an der Baustelle vorbeikomme, steht dort bereits ein Gerüst.

Gerüst

(c) Kirstin Gouverneur

 

28./29.08.2019 Hausmontage

Es ist soweit und wir sind alle ganz aufgeregt. Morgens um 7 Uhr geht es los und der erste Lkw mit den Wänden unseres neuen Hauses trifft ein. Eine Straßenabsperrung ist wie erwartet nicht notwendig, weder jetzt noch über die Nacht. Wir brauchen noch nicht einmal Warndreiecke, denn der Platz ist fürstlich und außerdem nichts los auf der Straße.

Es ist beeindruckend diese großen Bausteine vor sich zu sehen, in denen neben den Fenstern bereits sämtlich Elektrik- und Sanitärleitungen integriert sind.

Hausmontage Tag 1

(c) Roman Safreider

 

Sogar Steckdosen und Toilettenspülkästen sind vorab installiert.

 

Der Schwerlastkran ist derweil schon bei der Arbeit und hebt die benötigten Hilfsmaterialien übers Gerüst. Danach geht es dann mit den Außenwänden weiter. Sie werden vom Lkw gehoben und an die entsprechende Stelle dirigiert, wo ein eingespieltes Bauteam von sechs Leuten sie an der jeweils richtigen Stelle positioniert. Dabei werden die Wände zunächst auf Holzkeile gestellt.

Hausmontage mit Holzkeilen

(c) Roman Safreider

 

Über Anker, Dübel und Schrauben werden sie miteinander verbunden. Vor dem Einsetzen der letzten Außenwand werden zunächst die Innenwände eingezogen.

Setzen der Innenwände

(c) Roman Safreider

Hier gehts zu unserem Montagevideo

 

Zum Schluss wird die Zwischendecke aufgelegt und montiert. So geht es Element für Element und am Ende des Tages steht das 1. Obergeschoss. Zum Schutz vor dem bevorstehenden Gewitter wird es mit einer Plane sicher abgedeckt. Und als ich um 13.30 Uhr noch mal ist die Baustelle verlassen. Unser Haus steht in voller Größe, inklusive Dachstuhl. Nicht nur die Kinder sind begeistert.

2. Tag Hausmontage

(c) Kirstin Gouverneur

 

September 2019: Fertigstellung des Rohbaus

02.-04.09.2019 Dach- und Aufräumarbeiten

Für diese Woche sind die Dacharbeiten vorgesehen. Da Folie und Lattung bereits montiert sind, umfassen diese im Detail jetzt die Arbeiten am Dachfirst, das Anbringen der Regenrinne und das Eindecken mit Dachziegeln. Wir haben uns in der Bemusterung für die Frankfurter Pfanne, Protegon seidenmatt von Braas entschieden. Ihre „feine Mikromörtelschicht sorgt für eine glatte, länger saubere Oberfläche“.  Die Pfannen sind materialbedingt außerdem um einiges schwerer als Schiefer oder Ton. Sie schließen dadurch luftdicht ab und sind sturmfest.

Neben den Dacharbeiten gibt es auch noch einige andere kleinere Aufgaben zu erledigen, die erst jetzt nach der Hausmontage stattfinden können. Das sind z.B. eine nachträgliche Isolierung an den Geschossübergängen, Verkleidung von tragenden Stützbalken sowie Einbau der Abseitenwände im Dachgeschoss.

Nachdem im Erdgeschoss dann noch eine Abdichtungsfolie auf dem Boden ausgelegt und die letzten Aufräumarbeiten erledigt sind, wird die Arbeit des Gussek Montageteams vom Bauleiter abgenommen. Wir dürfen dabei sein und können Fragen loswerden. Bis auf zwei fehlende Innenfensterbänke und eine fehlende Duschtasse scheint alles in Ordnung, was sich in der anschließenden Begehung mit unserem Bausachverständigen noch einmal bestätigt. Ausgehend von Rohbauöffnungen stimmen die Fenstergrößen. Alle Fenster öffnen in die richtige Richtung. Steckdosen und Rollladenschalter sind vollzählig, funktionsfähig und richtig positioniert. Das gilt auch für die Brennstellen und Lichtschalter sowie die Heizregler. Die Rohrleitungen sind an der richtigen Stelle und wärme- und schallisoliert. Auch die gewünschten Leerrohre wurden berücksichtigt.

Da wir den Bausachverständigen erst wieder zur Endabnahme hinzuziehen möchten, gibt er uns für die Zwischenzeit noch ein paar hilfreiche Tipps mit auf den Weg:

  1. Eigene Materialien, die im Haus verbleiben, wie etwa Leitern, sollten unbedingt mit unserem Namen versehen werden.
  2. Zu Dokumentationszwecken sollten wir Raum für Raum die Verteilerdosen abfotografieren – am besten von einem mittigen Standpunkt aus.
  3. Das gleiche gilt für die Fußbodenheizung und auf dem Fußboden liegende sonstige Leitungen, bevor der Estrich gemacht wird. So weiß man später immer, wo man den Fußboden öffnen muss oder auf gar keinen Fall bohren darf.
  4. Schließlich rät er uns noch dazu, 5 Dachziegeln und 2 Firstziegeln als Ersatz aufbewahren – für den unwahrscheinlichen Fall, dass eben doch einmal etwas zu Bruch geht.

 

Literatur

 

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