Wie funktioniert das Einfrieren von Stammzellen?

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Das wichtigste bei der Nabelschnurblut-Spende bzw. Einlagerung ist das fachgerechte und rasche Einfrieren der Stammzellen. Doch bevor es soweit ist müssen interessierte Eltern die Voraussetzungen klären und sich über die verschiedenen Anbieter und Kosten informieren. Abschließend muss noch die die passende Geburtsklinik gefunden werden, damit die professionelle Nabelschnurblut-Einlagerung klappt. Das klingt jetzt vielleicht komplizierter als es eigentlich ist, aber alles der Reihe nach.

 

Voraussetzungen einer Stammzellenentnahme

Die zentralen Voraussetzungen für eine Spende oder Einlagerung des Nabelschnurblutes (Plazentarestblut) sind die Volljährigkeit und Gesundheit der Mutter bei der Entbindung. Auch muss der Schwangerschaftsverlauf bis dorthin komplikationsfrei gewesen sein. Eine Entnahme ist grundsätzlich ab der 35. Schwangerschaftswoche möglich, weil dann das Kind schon entsprechend ausgereift ist.

 

Rechtzeitiger Überblick über die öffentlichen und privaten Anbieter

Bei einer Spende bzw. Einlagerung des Nabelschnurblutes gibt es verschiedene Modelle. Die wichtigste Entscheidung lautet jedoch, ob die Stammzellen öffentlich für Bedürftige gespendet oder privat für dein Kind eingelagert werden soll. Diese Entscheidung sollte spätestens wenige Wochen vor der Entbindung geklärt werden. Dabei kann dir eine Auflistung der öffentlichen Nabelschnurblutbanken in Deutschland ebenso helfen wie ein erster Einblick über die drei privaten Anbieter Vita 34, Eticur und der Deutschen Stammzellenbank. So bieten beispielsweise entsprechende Infobroschüren einen guten Überblick über die Vorzüge einer Einlagerung gegenüber einer Spende.

 

Was passiert in der Entbindungsklinik?

Nachdem die Voraussetzungen und die Entscheidung über eine Spende bzw. Einlagerung des Nabelschnurblutes geklärt wurde, sollte ein ausführlicher Kostenvergleich der privaten Anbieter gemacht werden. Auf 50 Jahre gerechnet kostet das Einfrieren der Stammzellen je nach Anbieter zwischen 3 300 € und 6 900 € (zum Kostenvergleich). Zuletzt muss noch abgeklärt werden, welche Entbindungsklinik in deiner Nähe mit der öffentlichen Nabelschnurblutbank bzw. privaten Stammzellenbank deiner Wahl zusammenarbeitet. Für die Städte Berlin, München, Hamburg, Köln, Erlangen und Leipzig haben wir für dich die potentiellen Kooperationskliniken recherchiert, du findest sicher eine passende in deiner Nähe. Am Tag der Entbindung ist das ÄrztInnen-Team vor Ort über die Weiterverarbeitung des Nabelschnurblutes informiert und spezielle Transport-Kuriere warten schon auf den Abtransport. Grundsätzlich ist die Entnahme von Stammzellen aus Nabelschnurblut viel unkomplizierter als die jahrzehntelang gängige Praxis der Stammzellenentnahme aus dem Knochenmark. Sie ist völlig risikolos und die abgetrennte Nabelschnur wird in entsprechende Transportboxen gelegt und zur ausgewählten Stammzellenbank (Vita 34, Eticur oder DSB) gebracht.

 

Flüssiges Stickstoff konserviert die Stammzellen

Damit Betroffene von deiner Stammzellenspende bzw. dein Kind von der Einlagerung deines Nabelschnurblutes profitieren können, muss dieses technisch aufwendig und medizinisch standardisiert in flüssigen Stickstoff konserviert werden. Dafür wird das Nabelschnurblut in 2 bis 6 Teile (je nach Anbieter) portioniert und bei -180° C eingefroren und bis zum Bedarf bzw. vereinbarten Vertragstermin gelagert. Eine solche Lagerung kann weit über 50 Jahre ohne Qualitätsverlust bei entsprechender Kühlung gemacht werden, bis jetzt gibt es aus wissenschaftlicher Sicht noch keine Grenzwerte über die Länge des Einlagerungszeitraums.

 

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Weiterführende Literatur über Stammzellen und Regeneratione Medizin

Gluckman, Eliane; Ruggeri, Annalisa; Volt, Fernanda; Cunha, Renato; Boudjedir, Karim; Rocha, Vanderson (2011): Milestones in umbilical cord blood transplantation. In: British journal of haematology 154 (4), S. 441–447.

Hauskeller, Christine (Hg.) (2002): Humane Stammzellen. Therapeutische Optionen, ökonomische Perspektiven, mediale Vermittlung. Tagung. Lengerich: Pabst Science Publ.

Jungebluth, P.; Haag, J. C.; Macchiarini, P. (2015): Regenerative Medizin. In: Z Herz- Thorax- Gefäßchir 29 (3), S. 213–220.

Lang, Siegmund; Brockhoff, Gero; Gueorguiev, Boyko; Huber, Michaela; Zellner, Johannes; Angele, Peter et al. (2016): Modifikation der Zentrifugation zur Reduktion der Leukozytenzahl in Platelet-rich Plasma und die Auswirkung auf die Proliferation von autologen mesenchymalen Stammzellen. In: Sports Orthopaedics and Traumatology Sport-Orthopädie – Sport-Traumatologie 32 (2), S. 177–182.

Müller, Werner (2013): Therapie mit Stammzellen. In: Biologie in unserer Zeit 43 (1), S. 40–45. DOI:

Nehrer, Stefan (2008): Regenerative Medizin – Wozu? In: Sports Orthopaedics and Traumatology Sport-Orthopädie – Sport-Traumatologie 24 (2), S. 61.

Schmidt, Mathias (2001): Stammzellen aus der Nabelschnur. Neue Wege der Gesundheitsvorsorge für Ihr Kind. 1. Aufl. (Gesundheit aktuell).

 


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