Stammzellen gegen Erblinden – Hoffnung für Patienten mit einer Makuladegeneration

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Neue Erkenntnisse in der Stammzellforschung nähren die Hoffnung für Patienten mit schwerer Makuladegeneration. Das schrittweise Auflösen der Netzhaut und langsame Erblinden gelten als unveränderbar. Einem Forscherteam ist es nach vielen Versuchen gelungen, ein Ersatzgewebe aus Stammzellen zu züchten. Damit könnten in naher Zukunft viele Menschen vor dem Erblinden geschützt werden.

Heranzüchten von frischem Gewebe aus Stammzellen

Die Stammzellenforschung der Regenerativen Medizin kann heutzutage schon lebensnotwendige Bioimplantate nachzüchten. Neben der Erzeugung von künstlicher Haut, Luftröhren, Herzklappen, Knochen- und Knorpelersatz gibt es einen aktuellen Durchbruch bei der Herstellung von „Netzhaut-Gewebe. Dieses frisch erzeugte Gewebe kann altes, degeneratives Netzhautgewebe ersetzen. Das kommt vor allem Betroffenen mit einer Makuladegeneration zugute. Das „Retina-Gewebe“ kann sich innerhalb von 10 Wochen in die bestehende Netzhaut integrieren. Die neuen Zellen reifen in diesem Zeitraum nach und können ihre Funktionsfähigkeit optimal entfalten.

Ist eine Makuladegeneration unumkehrbar?

Die Makuladegeneration[1] gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen in Deutschland der über 50-Jährigen. Weltweit sind knapp 200 Millionen von ihr betroffen. Bei der Makuladegeneration verändert sich jene Stelle im Auge, die für das Scharfsehen zuständig ist. Sie ist besonders wichtig, da sie im Unterschied zur peripheren Netzhaut die meisten Informationen an das Gehirn weiterleitet[2]. Bei der Makuladegeneration löst sich die Netzhaut an dieser Stelle auf und das schwarfe Sehen ist trotz Brille nicht mehr möglich. Dennoch können sich Betroffene in der Regel noch viele Jahre gut in ihrer Umgebung orientieren, da sie weiterhin Impulse über die periphere Netzhaut vermittelt bekommen. Der fortschreitende Sehverlust[3] ist jedoch unumkehrbar und führt im Endstadium zum Erblinden. Aus diesem Grund kann die Lösung des Problems nur in der vollständigen Reparatur dieser Netzhautstelle liegen. Ein aus embryonalen Stammzellen gezüchtetes Augen-Implantat könnte eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit[4] bei der Makuladegeneration werden. Ein Forscherteam hat bis jetzt bei vier Patienten mit einer trockenen Form der Makuladegeneration dieses neue Transplantationsverfahren angewendet[5]. Die Patienten konnten nach der erfolgreichen Behandlung gravierend besser sehen und selbst 1 Jahr später zeigte sich keine Verschlechterung ihrer Sehleistung[6].

Fazit

Die neuen Fortschritte bei der Bekämpfung der Makuladegeneration geben einen Einblick in das enorme Potenzial der Stammzellforschung. Eine bis dato irreversible Krankheit konnte mithilfe von Stammzellimplantaten gestoppt bzw. verbessert werden. Bis zur Etablierung der Stammzelltransplantation als Standardbehandlung wird noch viel Zeit und Geld notwendig sein. Mithilfe einer unkomplizierten Spende von Stammzellen aus Nabelschnurblut kannst du einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt liefern und Betroffenen helfen. Wir haben für Deutschland die zwei Anbieter für private Einlagerung von Stammzellen für dein Kind miteinander verglichen: Vita 34 und die Deutsche Stammzellbank. Eine Einlagerung kostet auf 18 Jahre gerechnet zwischen 1850 € und 3150 € und kann eine sinnvolle Investition in die medizinische Zukunft für dein Kind sein.

 

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Literaturverzeichnis

Altersabhängige Makuladegeneration (2017). In: Der Ophthalmologe : Zeitschrift der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 114 (11), S. 974–975.

Feuchte altersbedingte Makuladegeneration (2012). In: MMW – Fortschritte der Medizin 154 (22), S. 66.

Grunwald, Henry (2001): Dämmerlicht. Wie ich lernte, mit meiner Erblindung zu leben. Wien: Zsolnay.

Schargus, M. (2015): Verlaufsformen der altersbedingten Makuladegeneration. In: Der Ophthalmologe : Zeitschrift der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 112 (4), 373-85; quiz 386. DOI: 10.1007/s00347-014-3186-x.

Sharma, Ruchi; Khristov, Vladimir; Rising, Aaron; Jha, Balendu Shekhar; Dejene, Roba; Hotaling, Nathan et al. (2019): Clinical-grade stem cell-derived retinal pigment epithelium patch rescues retinal degeneration in rodents and pigs. In: Science translational medicine 11 (475). DOI: 10.1126/scitranslmed.aat5580.

Stemmermann, Wilhelm (2013): Grauer und Grüner Star, Makuladegeneration. 4., aktualisierte und neu gestaltete Aufl. (Medizin-Wissen). Stuttgart: Hirzel.

[1] Feuchte altersbedingte Makuladegeneration 2012.

[2] Stemmermann 2013.

[3] Grunwald 2001.

[4] Altersabhängige Makuladegeneration 2017.

[5] Schargus 2015.

[6] Sharma et al. 2019.

 


 

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