Stammzellen aus Nabelschnurblutgewebe einlagern

Stammzellen
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Dein Nabelschnurblut enthält neonatale Stammzellen, die dank einer hohen Teilungsfähigkeit in der Transplantationstherapien und bei der Behandlung von schweren chronischen Erkrankungen helfen können. Mithilfe ihrer Zellbildung können beispielsweise Luftröhren, Herzklappe und sogar Knorpelteile nachgezüchtet werden. Die Nabelschnur mit dem Nabelschnurblut wird umhüllt von Gewebe. Dieses Nabelschnurblutgewebe enthält sehr viele mesenchymale Stammzellen, die derzeit in vielen klinischen Studien eingesetzt werden. Derzeit bietet nur Vita 34[1] die Möglichkeit einer Einlagerung von Nabelschnurblutgewebe an.

 

Mesenchymale Stammzellen im Nabelschnurblutgewebe

Der Anteil der mesenchymalen Stammzellen ist im Nabelschnurblutgewebe besonders hoch. Dieser Stammzellentyp spielt besonders in der regenerativen Medizin eine wichtige Rolle. In diesem neuen medizinischen Feld werden vorrangig Zivilisationskrankheiten bekämpft – wie beispielsweise Gefäßerkrankungen, Arthrose und Diabetes. Neuerdings macht auch die Autoimmun-Therapie große Fortschritte, die speziell bei Leukämieerkrankungen zum Einsatz kommt. Dieser Stammzellentyp hat große Ähnlichkeiten mit den embryonalen Stammzellen und bringen somit eine hohe Wandlungsfähigkeit mit sich[2]. Die Wissenschaftler legen ihren Schwerpunkt derzeit auf Regeneration von Gewebe und die Verhinderung von Immunstörungen. Die mesenchymalen Stammzellen können übrigens neben dem Nabelschnurgewebe auch aus deinem Knochenmark und Fettgewebe gewonnen werden.

 

Wie funktioniert das einlagern von Nabelschnurgewebe?

Die Einlagerung des Gewebes funktioniert genauso unkompliziert und einfach wie bei einer Nabelschnurblutspende. Sie wird von Vita 34 in einem eigenen Paket VitaPlusNabelschnur angeboten. Nachdem die Vertragsunterlagen unterzeichnet wurden erhältst du einen Fragebogen für deinen Frauenarzt. Sobald deine Blutprobe getestet wurde und den Anforderungen entspricht wird dir ein Entnahmeset für den Entbindungstermin zugeschickt. Nach der Abnabelung wird die Nabelschnur inklusive Gewebe und Blut mittels Spezialkuriere für die Weiterverarbeitung mitgenommen. Die Weiterverarbeitung und Konservierung wird dann im Labor von Vita 34 durchgeführt.

 

Was kostet die Einlagerung von Nabelschnurblutgewebe?

Entscheidend für eine Nabelschnurgewebe-Einlagerung sind zumeist die Kosten. Nabelschnurgewebe kann in Deutschland bisher nicht allein eingelagert werden. Im Paket für 18 Jahre gibt es bei Vita 34 die Einlagerung von Nabelschnurblut und dem Nabelschnurblutgewebe zusammen für 3780 € (Produkt VitaPlusNabelschnur, Jahresgebühr 72,20 € + einmalig 2 490 €). Eine einfache Einlagerung von Nabelschnurblut auf 18 Jahre kostet bei der Deutschen Stammzellenbank hingegen nur 1840€. Das ergibt eine Preisdifferenz von 1.940 € nur für die Einlagerung von Gewebe.

Für langfristige Einlagerung bietet Vita noch spezielle 25- bzw. 50-Jahrespakete an, die den Preis durchschnittlich deutlich reduzieren und damit auch die Differenz.

 

Ist die Einlagerung von Nabelschnurblutgewebe notwendig?

Inwieweit eine Einlagerung von Nabelschnurblutgewebe im Vergleich zum Nabelschnurblut hochwertiger ist bzw. Vorteile mit sich bringt konnten unsere Recherchen nicht nachweisen. Der einzige relevante Unterschied wird mit einem höheren Anteil der mesenchymalen Stammzellen argumentiert. Andererseits weißt die Nabelschnur auch gewisse Anteile dieses Stammzellentypus nach und wird jetzt schon erfolgreich bei über 70 verschiedenen Krankheiten eingesetzt. Bis jetzt bietet nur Vita 34 die Einlagerung von Nabelschnurgewebe an, die restlichen Mitbewerber im deutschsprachigen Raum konnten dieser Einlagerungstechnik noch nichts abgewinnen. Die bis jetzt übliche Einlagerung von Nabelschnurblut bietet eine umfassende Möglichkeit, um als Vorsorge vom medizinischen Fortschritt profitieren zu können. In diesem Zusammenhang erscheint uns eine spezielle Einlagerung von Gewebe nicht zwingend notwendig, zumal der Preisaufschlag dafür sehr hoch ist.

 

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[1] Vita 34

[2] Wissensschau

 

Links

 

Weiterführende Literatur über die Wirkungsweise von Stammzellen aus Nabelschnurgewebe

Danz, Stefan; Pagel, Cornelia (2008): Wem gehört die Nabelschnur? In: MedR 26 (10), S. 602–607.

Eblenkamp, M.; Aigner, J.; Hintermair, J.; Potthoff, S.; Hopfner, U.; Jacobs, V. et al. (2004): Umbilical Cord Stromal Cells (UCSC). Zellen mit osteogenem Differenzierungspotenzial. In: Der Orthopade 33 (12), S. 1338–1345.

Moog, U.; Dikow, N.; Gaspar, H.; Behnecke, A.; Schenk, J. P.; Flechtenmacher, C. et al. (2012): Humangenetische Diagnostik und Beratung. In: Gynäkologe 45 (5), S. 376–382.

Rost, Imma; Schiessl, Barbara; Heinrich, Uwe; Rupprecht, Wolfgang; Wagner, Annett; Klein, Hanns-Georg (2007): Invasive Pränataldiagnostik / Invasive methods in prenatal diagnostics. In: LaboratoriumsMedizin 31 (4), S. 171–185.

Schmack, B.; Szabó, G.; Karck, M.; Weymann, A. (2015): Tissue-Engineering von Atrioventrikularklappen. In: Z Herz- Thorax- Gefäßchir 29 (6), S. 402–409.


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