Pro- und Contra der Nabelschnurblut-Einlagerung – Eine schwere Entscheidung?

Pro und Contra
Schild 196 - Pro und Contra © Thomas Reimer - fotolia.com

Die Entscheidung einer Nabelschnurblut-Einlagerung für das eigene Kind fällt vielen Eltern recht schwer. Folgende Fragen werden in den Diskussionen am häufigsten genannt:

  • Soll ich das Blut lieber Spenden oder Auspulsieren lassen?
  • Sind die wissenschaftlichen Vorteile tatsächlich bewiesen?
  • Wie hoch sind die Kosten einer privaten Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut?

 

Alternativen zur Nabelschnurblut-Einlagerung

Bevor eine Entscheidung getroffen werden kann müssen alle Alternativen auf dem Tisch liegen. Anstelle einer privaten Nabelschnurblut-Einlagerung gibt es derzeit folgende Alternativen:

  1. Das Spenden von Nabelschnurblut
  2. Das Auspulsieren lassen bis zum letzten Blutstropfen
  3. Die Entsorgung auf herkömmlichen Weg

Die letzte Variante entspricht der jahrhundertealten, gängigen Praxis. Bei dieser wird die Nabelschnur nach der Geburt rasch abgetrennt und entsorgt. An dieser Methode gibt es grundsätzlich nichts zu kritisieren, jedoch haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse seit den 80er-Jahren die Extraktion und Konservierung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ermöglicht. Mit diesem Fortschritt wurden erstmals junge Mütter zur Spende ihres Nabelschnurblutes angeregt, da die Stammzellen bei lebensnotwendigen Transplantationen und chronischen Erkrankungen helfen können. Eine Spende ist somit aus medizinischer Sicht immer dann wertvoll, wenn die öffentliche Nabelschnurblutbank deiner Wahl noch auf der Suche nach neuen Spenden ist.

In den letzten Jahren wurde in den Diskussionsforen das Auspulsieren lassen als weitere Alternative intensiv diskutiert. Dabei handelt es sich um eine bewusste Verlängerung der Abnabelungszeit, damit dein Kind bis zum letzten Tropfen mit Nabelschnurblut versorgt wird. Die Vorzüge einer längeren Abnabelungszeit (ca. 30 Sekunden) sind wissenschaftlich bewiesen, doch von einer generellen Empfehlung des Auspulsieren lassen bis zur vollständigen Entleerung der Plazenta wird in keinem der wissenschaftlichen Artikeln beschrieben. Trotzdem wurde es schnell zur Glaubensfrage hochstilisiert und auf eine Entweder-Oder-Entscheidung verkürzt. Nach unseren Recherchen ist eine Kombination aus beidem durchaus möglich, diese umfasst längere Abnabelungszeiten und das Restblut wird gespendet bzw. eingelagert.

 

Das Einlagern von Stammzellen aus Nabelschnurblut als Vorsorge

Neben dem schlichten Entsorgen der Nabelschnur, dem Spenden für Betroffene und dem umstrittenen Auspulsieren lassen bis zum letzten Blutstropfen gibt es als Vorsorge noch die private Einlagerung von Stammzellen. Nachdem die wissenschaftlichen Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten bahnbrechend gewesen sind und heutzutage das Heilen von schweren Herzgefäßerkrankungen und beispielsweise das Heranzüchten von Haut, Knochen und Knorpeln möglich ist, werden weiterhin große Forschritte von der medizinischen Zukunft erwartet. Vor 30 Jahren konnte sich noch niemand vorstellen, dass man aus Nabelschnurblut einmal Herzklappen heranzüchten könnte. Eine private Einlagerung der individuellen Stammzellen deines Kindes kann als Vorsorge gesehen werden, um an den neuen medizinischen Möglichkeiten teilhaben zu können. Das Blut wird portioniert und standardisiert eingelagert und kann jederzeit von deinem Kind bei Bedarf abgerufen werden.

 

Die Kosten einer privaten Stammzellen-Einlagerung

Auf dem deutschsprachigen Markt gibt es derzeit 7 private Anbieter für Einlagerungen, diese Anzahl wurde durch die Übernahmestrategie von Vita 34 von ursprünglich 10 Anbietern verringert. Aufgrund dieser Marktkonzentration ist eine genaue Recherche der preislichen Unterschiede notwendig. In unserem Kostenvergleich konnten wir starke Unterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter aufzeigen. Generell kostet eine Einlagerung auf 50 Jahre gerechnet zwischen 3300 € – 6900 €.

 

Pro- und Contra einer Einlagerung von Nabelschnurblut auf einen Blick:

Pro

  • Stammzellen aus Nabelschnurblut sind medizinisch sehr nützlich und sollten unbedingt in Form einer Konservierung weiterverwendet werden.
  • Eine private Einlagerung lässt dein Kind am wissenschaftlichen Fortschritt teilhaben. Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass man aus Nabelschnurblut neue Herzklappen züchten könnte.
  • Der Kostenvergleich der Anbieter im deutschsprachigen Raum ergab, dass eine Einlagerung auf 18 Jahre für 1840 € möglich ist. Das entspricht knapp 100 € im Jahr oder 8,5 € im Monat. Ein geringer Preis für eine einmalige medizinische Chance.

 

Contra

  • Der wissenschaftliche Nutzen körpereigener Stammzellen – im Vergleich zu gespendeten – ist noch umstritten und kann derzeit nicht bewiesen werden.
  • Durch die Marktkonzentration gibt es sehr große Preisunterschiede zwischen den Anbietern.
  • Das Auspulsieren lassen wird zumeist als primäres Gegenargument gebracht, nach unseren Recherchen gilt dieses nur teilweise.

 

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Pro- und Contra der Nabelschnurblut-Einlagerung

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