Nabelschnurblut-Einlagerung bei der DKMS – Verwendung und Kosten

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Es gibt viele Gründe warum das Nabelschnurblut und die darin enthaltenen Stammzellen entweder in Form einer öffentlichen Spende oder als private Einlagerung weiterverwendet werden soll. Während die eigenen Stammzellen deines Kindes beispielsweise bei schweren Krankheiten des Herzkreislaufsystems oder im Falle einer Transplantation helfen können, muss bei Erberkrankungen auf fremdes Blut zurückgegriffen werden. Aus diesem Grund kann deine Nabelschnurblut-Spende für Leukämiekranke lebensrettend sein.

 

Die DKMS im Einsatz gegen Blutkrebs

Es gibt in Deutschland derzeit 8 öffentliche Nabelschnurbanken die Stammzellenspenden einlagern und Betroffenen bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit weiterhelfen. Die DKMS besitzt deutschlandweit das größte Spenderregister und widmet sich vor allem Leukämiebetroffenen – eine Nabelschnurblut-Spende hilft somit Blutkrebs-PatientInnen. Die DKMS vermittelt Stammzellenspenden auch ins Ausland und liefert dadurch einen wichtigen Beitrag für den internationalen Kampf gegen die schweren Folgen einer Leukämie-Erkrankung.

 

Warum hilft eine Stammzellenspende bei Blutkrebs?

Das Nabelschnurblut enthält Stammzellen, die bei der Blutbildung beteiligt sind und ohne die keine Blut- und Immunzellen entstehen können. Besonders die Stammzellen aus Nabelschnurblut werden vielfältig eingesetzt, da sie Gewebe- und Zelltypen im Körper weiterentwickeln. Dank einer Transplantation von gesunden Stammzellen bei Blutkrebs-PatientInnen wird frisches Blut für das Immunsystem gebildet[1]. Eine solche Transplantation kann nicht nur die gefährlichen Auswirkungen der Leukämie-Erkrankung lindern, sondern bei rund 40% der Patienten sämtliche Symptome eindämmen[2]. Die Stammzellenforschung zeigt also besonders bei Leukämie und genetischen Stoffwechselerkrankungen große Möglichkeiten[3]. Hier gilt eine wichtige Daumenregel: bei genetischen Krankheiten wird in der Regel nicht auf körpereigenes, sondern auf fremdes Blut zurückgegriffen. Sollte nämlich dein Kind eine dieser Erkrankungen erhalten, so sind die Auslöser in der genetischen Information und eine Transplantation von Eigenblut könnte das gesundheitliche Problem von Neuem auslösen.

 

Wie viele Spender betreut die DKMS

Die DKMS beherbergt 8.3 Millionen registrierte Spender in Deutschland und umfasst ca. 30 % aller weltweiten Einlagerungen. Damit ist die DKMS auch international betrachtet die größte Spenderdatei. Trotz des umfangreichen Spendenregisters werden weiterhin wertvolle Nabelschnurblut-Spenden gebraucht, da alleine in Deutschland im Schnitt alle 15 Minuten die Diagnose Blutkrebs ausgestellt wird.

 

Warum eine private Einlagerung für dein Kind trotzdem wichtig sein kann

Obwohl bei genetischen Erkrankungen das körpereigene Blut sinnvollerweise nicht verwendet werden kann, gibt es schon viele erstaunliche Fortschritte in anderen medizinischen Feldern. Bei einer Einlagerung werden die Stammzellen für dein Kind aufbewahrt und es kann von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren. So können beispielsweise heute schon neue Herzklappen oder Luftröhren mithilfe der Nabelschnurblut-Einlagerung für dein Kind herangezüchtet werden. Ein Kostenvergleich der privaten Anbieter in Deutschland hat ergeben, dass eine Nabelschnurblut-Einlagerung für 50-Jahre schon zwischen 3 300 € und 6 900 € möglich ist. Für die Städte Berlin, Müchen, Hamburg, Köln, Erlangen und Leipzig haben wir alle Kooperationsklinken für eine Stammzelleneinlagerung für dich recherchiert.

 

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Literaturverzeichnis

[1] Müller, Werner: Therapie mit Stammzellen, Biologie in unserer Zeit 43 (2013), S. 40–45.

[2] Peters, H.-D./Kath, R.: Neue therapeutisch aktive monoklonale Antikörper gegen Leukämien und Lymphome, Der Onkologe 7 (2001), S. 196–199.

[3] Roos, Martin: Leukämie-Stammzellen früh erwischen, Im Focus Onkologie 16 (2013), S. 8.

 

Links

 

Weiterführende Literatur über Blutkrebs

Baier, Daniel M.; Hofmann, Jan A.; Pingel, Julia; Schmidt, Alexander H.; Sauter, Jürgen (2016): P001 On the occurrence of non-cwd alleles in the german dkms donor database. In: Human Immunology 77, S. 40.

Begemann, Michael; Begemann-Deppe, Monika (2000): Leben mit Leukämie. Alles über die verschiedenen Krankheitsformen ; wie die moderne Medizin Ihnen hilft ; wie Sie Belastungen bewältigen (TRIAS ärztlicher Rat). Stuttgart: TRIAS.

Hoelzer, Dieter; Böhme, Angelika (2004): Leukämietherapie. 2. Aufl. (UNI-MED science). Bremen: UNI-MED Verl.

Neue Behandlungschance für tödlichen Blutkrebs bei Kindern (2015). In: best practice onkologie 10 (5), S. 5.

Solloch, Ute V.; Lang, Kathrin; Lange, Vinzenz; Böhme, Irina; Schmidt, Alexander H.; Sauter, Jürgen (2017): Frequencies of gene variant CCR5-Δ32 in 87 countries based on next-generation sequencing of 1.3 million individuals sampled from 3 national DKMS donor centers. In: Human Immunology 78 (11-12), S. 710–717.

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