Eticur oder Vita 34? Vor- und Nachteile der Anbieter

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Wir haben uns für dich die zwei bekanntesten Anbieter von Stammzelleneinlagerungen aus Nabelschnurblut (Plazentarestblut) angesehen und hinsichtlich ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses gegenübergestellt. Die Spende oder Einlagerung der Stammzellen können eine wertvolle Vorsorge für die Gesundheit deines Kindes sein. Daneben werden wir dir noch einen kleineren dritten Wettbewerber vorstellen, die Deutsche Stammzellenbank, sie konnte mit dem günstigsten Angebot überzeugen.

 

Eticur: Mittleres Preisniveau mit schwächerer Netzabdeckung

Eticur kooperiert mit der Universitätsklinik Erlangen und ist eine Mischform aus öffentlicher und privater Stammzellenbank, mit Sitz in Bayern. Aufgrund der Nähe zum universitären Betrieb kann Eticur ihren Kunden sehr hohe Qualitätsstandards sowie die Anwendung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse anbieten. Die Kosten für eine private Einlagerung der Stammzellen betragen 2 595 € für einen Zeitraum von 25 Jahren (ohne einer zusätzlichen Jahresgebühr) in unserem Kostenvergleich belegt Eticur damit den 2. Platz. Ein großes Plus von Eticur sind die Finanzierungsoptionen über die TARGOBANK (Laufzeit: 6 – 60 Monate) wobei die ersten 12 Monate sogar zinsfrei verrechnet werden. Außerdem werden Preisnachlässe bei mehrfachen Einlagerungen und bei Zwillingen/Mehrlingen angeboten, für die erfolgreiche Weiterempfehlung gibt es zusätzlich noch einen Empfehlungsbonus. Im Rahmen unserer Recherche von Kooperationskliniken für Nabelschnurbluteinlagerungen in den Städten München, Hamburg, Berlin, Köln und Leipzig sowie im unmittelbaren Umland ist uns eine schwächere Netzabdeckung aufgefallen. Dennoch sollte mit einer etwas längeren Anreise auch eine Kooperationsklinik von Eticur für dich erreichbar sein.

 

Vita 34: Hohes Preisniveau mit Expertise und bester Netzabdeckung

Vita 34 ist ohne Übertreibung der Branchenkrösus im deutschsprachigen Raum. Die Stammzellenbank ist seit 20 Jahren in Deutschland tätig und lagert mittlerweile mehr als 200 000 Nabelschnurblutpräparate ein und verweist in ihrem Portfolio auf 30 medizinisch positiv eingesetzte Einlagerungen. Das größte Plus von Vita 34 ist neben ihrer Erfahrung die herausragende Netzabdeckung: rund 95 % aller deutschen Klinken kooperieren mit Vita 34. In punkto Qualitätskriterien können gegenüber Eticur keine großen Unterschiede festgestellt werden. Im Gegensatz zu Etikcur bietet Vita 34 eine Insolvenzversicherung an und die Tanks, in denen die Stammzellen lagern, können stromunabhängig betrieben werden. Das Rahmensetting von Vita 34 klingt überzeugend aber leider hinkt der Preis, so konnte das Angebot nur den letzten Platz in unserem Kostenvergleich belegen. Dieser Umstand verstärkt auch die geäußerten Bedenken von Experten hinsichtlich der Preisentwicklung der Stammzellen-Einlagerung. Grund dafür sind die vielen Firmenübernahmen – die auch im deutschsprachigen Markt – von Vita 34 durchgeführt wurden, allem voran der Kauf des vorher sehr günstigen Anbieter Seracell. Eine ähnliche Strategie verfolgte Vita 34 auch in Spanien, Dänemark, Litauen sowie Serbien und erhöhte sichtlich die Marktkonzentration und ihre Monopolstellung. Bei den Sonderkonditionen und Preisnachlässen gibt es vonseiten Vita 34 keine sichtbaren Unterschiede im Vergleich zu Eticur.

 

Deutsche Stammzellenbank: die günstigste Möglichkeit der Stammzellen-Einlagerung

Die Deutsche Stammzellenbank kooperiert mit Vita 34 und lässt dort die Stammzellen einlagern, sie bietet aber insgesamt einen deutlich günstigeren Preis an. So ist eine Einlagerung in den Tanks von Vita 34 über die DSB bereits ab 1840 € (auf 18 Jahre gerechnet) möglich.

 

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Weiterführende Literatur über Stammzellen

Dohmen, D. (2004): Neonatale Stammzellen. Rechtliche Grundlagen und Probleme. In: Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz 47 (1), S. 21–30.

Hauskeller, Christine (Hg.) (2002): Humane Stammzellen. Therapeutische Optionen, ökonomische Perspektiven, mediale Vermittlung. Tagung. Lengerich: Pabst Science Publ.

Manzei, Alexandra (2005): Stammzellen aus Nabelschnurblut. Ethische und gesellschaftliche Aspekte ; eine Veröffentlichung des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW). 1. Aufl. (IMEW Expertise, 4). Berlin: Institut Mensch Ethik und Wissenschaft (IMEW).

Müller, Werner (2013): Therapie mit Stammzellen. In: Biologie in unserer Zeit 43 (1), S. 40–45.

Schmidt, Mathias (2001): Stammzellen aus der Nabelschnur. Neue Wege der Gesundheitsvorsorge für Ihr Kind. 1. Aufl. (Gesundheit aktuell).

Stark, Carsten (2014): Kontingenz und Ambivalenz. Der bioethische Diskurs zur Stammzellenforschung. Wiesbaden: Springer VS.


Eticur oder Vita 34 - Vor- und Nachteile der Anbieter

Eticur oder Vita 34 – Vor- und Nachteile der Anbieter

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