Durchschlafen – Tipps für einen langen Babyschlaf

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Wie steht es mit dem Schlaf? Mit einem halben Jahr schaffen es die meisten Babys schon zwei Stunden am Stück wach zu sein, bevor sie wieder schlafen müssen. Gleichzeitig gibt es in der Regel nachts eine längere Schlafphase. Die Literatur spricht von Durchschlafen. Doch schläft ein Baby durch, heißt das lediglich, dass es sechs Stunden am Stück schläft, ggf. von 7 bis 1. Im schlechtesten Fall bist du da gerade erst im Bett. Die Aussage, dass ein Baby gut oder schlecht schläft, ist also sehr subjektiv und hängt viel von der eigenen Konstitution, der richtigen Koordination eurer Schlafphasen und den Vergleichsmöglichkeiten ab. Dabei ist der Vergleich mit anderen Babys wie so oft unsinnig – nicht allein wegen der Individualität, sondern auch weil viele Mamis in einem solchen Zusammenhang den Schlaf ihres Knöpfchens gerne mal beschönigen – bewusst oder unbewusst. Fest steht jedoch: Ein Baby, das vorher vier Stunden am Stück geschlafen hat und nachts plötzlich stündlich an die Brust will, schläft ohne Zweifel schlecht. Dabei ist dein kleiner Schatz mit sechs Monaten durchaus so weit entwickelt, dass er rein theoretisch ohne nächtliche Mahlzeit auskommen kann und in der Lage ist, das Konzept Schlaf zu lernen. Je nachdem wie hoch dein Leidensdruck ist, gibt es dazu verschiedene verhaltensorientierte Ansätze:

Umstritten, bei konsequenter Durchführung allerdings oft erfolgreich, sind Schlafprogramme, insbesondere das Ferbern, das u.a. in dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ im Detail beschrieben wird. Im Grunde handelt es sich dabei um eine allgemeine Anleitung, mit der das Baby innerhalb weniger Tage zum selbständigen Ein- und Durchschlafen geführt werden soll, ohne Einschlafhilfen. Kurzfristiges Schreien lassen, wechselt sich mit kurzen Trostphasen ab, bis das Baby schläft. Studien dazu, inwiefern ein solches Programm das Eltern-Kind-Verhältnis oder die kindliche Entwicklung belastet, gibt es keine. Erwiesen ist außerdem, dass Eltern, die sich für dieses Programm entscheiden, es dann aber nicht konsequent durchziehen, sich keinen Gefallen tun. Sie zeigen ihrem Baby so nämlich, dass es lediglich lange und laut genug schreien muss, um seinen Willen zu bekommen. Weitere Schlafprogramme sind:

Die Freiburger Sanduhrmethode:

Sie ist eine abgeschwächte Version des Ferberns. Die Schreiphasen dauern nur 2-3 Minuten und werden im Gegensatz zum Ferbern auch nicht sukzessive verlängert.

 

Tweedle-Methode: 

Der essentielle Unterschied dieses Programms zu den beiden vorherigen ist, dass das Baby nicht weinen gelassen, sondern direkt beruhigt wird. Aber auch hier wechseln sich Alleinelassen und Trösten so lange ab, bis das Baby eingeschlafen ist.

 

Stuhl-Methode:

Die Eltern setzen sich solange zu dem Baby ins Zimmer, bis es eingeschlafen ist. Dabei entfernen sie den Stuhl jeden Tag ein bisschen weiter vom Babybett, bis sie irgendwann im Wohnzimmer sitzen und das Baby alleine einschläft.

 

Wiederholungs-Methode:

Ähnlich wie bei der Tweedle-Methode wird das Kind auch bei dieser Methode nicht weinen gelassen. Statt das Baby sanft zu beruhigen, wird allerdings lediglich ein ritualisierter Einschlafsatz (z.B. „Jetzt ist Schlafenszeit. Ich bin im Wohnzimmer und pass auf dich auf.“) wiederholt.

 

Belohnungs-Methode:

Hier wird – egal ob das Kind weint oder nicht – nach ca. 2 Minuten nach ihm geschaut. Liegt es ruhig in seinem Bett, wird es gelobt und erhält eine Belohnung. Weint es, so wird es getröstet und wieder hingelegt. Nach weiteren 2 Minuten wird dann erneut nach ihm geschaut. Dieser Ablauf wiederholt sich wieder so lange, bis das Kind ruhig im Bett liegt oder eingeschlafen ist.

 

Für alle, die sich gegen ein striktes Schlafprogramm entscheiden, gibt es sanftere, gleichzeitig aber auch komplexere und langwierigere Methoden, Knöpfchen das Schlafen beizubringen. Ohne 0815-Lösung bekommen Eltern dabei individuelle Handlungsvorschläge, aus denen sie ihr Vorgehen auswählen können (z.B. in dem Buch „Schlafen statt Schreien“ oder „Schlafen und Wachen – ein Elternbuch für Kindernächte“). Allen gemein ist dabei, dass das Baby nicht schreien gelassen, sondern stets getröstet wird.

 

Tipp:

Wenn überhaupt, werden die Schlafprogramme eher ab 12 Monaten und mit ärztlicher Rücksprache empfohlen. Ausnahmen sind die Tweedle-Methode, die auch schon für Neugeborene angewandt werden kann, und die Stuhl-Methode (ab dem 9. Monat).

 

Schlaf:

Weitere Artikel zum Thema Babyschlaf findest du hier.

 

Woche 24:

Hier findest du weitere Artikel für die 24. Lebenswoche deines Babys.

 

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